Burkhard Schröder verdient sich in Telepolis einen Riesenapplaus. Er erzählt uns noch einmal die Geschichte von Online-Durchsuchung und Bundestrojaner – mit etwas Distanz und in der richtigen Reihenfolge. Unvermeidlich danach die verdiente Ohrfeige, die er uns allen verpasst:
»Gegner und Befürworter der „Online-Durchsuchung“ in den Medien haben eines gemeinsam: Sie glauben, wenn etwas nur oft genug behauptet worden sei, müsse schon ein Körnchen Wahrheit vorhanden sein. Ihnen fehlt der Mut zu rufen: Der Kaiser ist nackt. Es hat noch nie eine erfolgreiche Online-Durchsuchung gegeben, und bis jetzt hat auch niemand eine Methode vorgestellt, wie das auch nur annähernd realistisch vonstatten gehen könnte. Es bleibt beim Gemurmel im Konjunktiv rund um Trojaner, Social Engineering, Exploits und Keylogger. Nichts Genaues weiß man nicht. Aber es könnte vielleicht doch möglich sein.
(…)
Aber zahllose selbst ernannte Computerspezialisten und geheimnisvoll raunende Experten werden sich bemühen, doch einen Weg zu finden, dem staatlichen trojanischen Pferd Leben einzuhauchen: Wem es gelingt, der ist Teil einer kleinen erleuchteten Gemeinde mit einem Geheinwissen, das soziales Prestige verschafft und das garantiert vom gewöhnlichen dümmsten anzunehmenden User nicht auf Fakten überprüft werden kann.«
(TP: Von Magische Laternen und Bundestrojanern)
Beim nächsten Mal: http://en.wikipedia.org/wiki/Critical_thinking