„Machen wir uns nichts vor: In den vergangenen Jahren ist, nicht nur in Deutschland, eine gefährliche Parallelgesellschaft entstanden. Eine Gegengesellschaft von alten Männern, die sich kurz nach Erfindung des Kugelschreibers vom technischen Fortschritt abgekoppelt haben. Reaktionär, dogmatisch, unbelehrbar – und auch noch mächtig stolz darauf.
Unsere grundlegenden Werte sind ihnen fremd. Soweit sie davon auch nur Kenntnis erlangen, wollen sie diese Werte zerstören. Die freie Information behindern und die freie Rede bestrafen. Sie wollen über unsere Rechner bestimmen, obwohl sie kaum imstande sind, ihren eigenen auch nur einzuschalten. Sie sind längst dabei, uns zu kolonialisieren. Ihre Missionare heißen Polizist und Staatsanwalt. Ihr liebster Psalm und Schlachtruf zugleich lautet: »Das Internet ist kein rechtsfreier Raum!«”
(Jungle World 36/2007: Alte Männer mit Kugelschreibern,
gefunden bei Isotopp)
Herrlich polemisch, aber nicht besonders intelligent. Interessanter finde ich, was Du weggelassen hast, Sven, der Aufruf am Ende: „John Perry Barlow hat schon 1996 die Unabhängigkeit des Cyberspace erklärt. Machen wir endlich Ernst damit. Grenzen dicht, UN-Mitgliedschaft. Länder wie China und Deutschland wären Ausland – zunächst natürlich feindliches. Um Wolfgang Schäuble (hoppla!) die Orientierung zu erleichtern, nennen wir unser Staatswesen einfach: Troja II.“. Im Original (http://www.jungle-world.com/seiten/2007/36/10551.php) steckt einfach mehr Klasse. Barlow selbst sagt über seine Declaration of the Independence of Cyberspace mittlerweile aber laut Wikipedia „We all get older and smarter“. Da sieht Herr Bjerg jetzt allerdings für mich alt aus – und das ganz ohne Kugelschreiber.
Der Blogwart, Hausmeister mit dem admin-Tick