Und Bundestrojaner sind auch nicht sooo schlecht

Die taz meint es ernst. Heute ist Manfred Kriener dran, und wie gestern schon seine Kollegin Ulrike Herrmann schreibt er die Titelseite mit Unsäglichem voll:

»Unumstößlich ist: Die Daten wurden weder gestohlen noch gelöscht, sie befinden sich alle unversehrt auf dem Zentralcomputer der Bank. Stehlen kann man aber nur, was nachher nicht mehr da ist. Der Zumwinkel-Vorwurf der „Hehlerei“ geht also ins Leere. Dies war kein Datenklau, sondern eine Datenkopie. Womöglich hat ein Bankangestellter nur eigene Dateien kopiert.«

Na dann ist ja alles gut. Freuen wir uns also auf den Bundestrojaner, denn nach einer Online-Durchsuchung müssen wir nicht monatelang auf die Rückgabe unseres Rechners warten. Das ist doch toll, oder? Und überhaupt, sind ja nur Daten, und die sind auch gar nicht richtig weg, wenn sie jemand stiehlt.

Schade, dass ich kein Abo habe, dafür würde ich es glatt kündigen. Oder auch nicht, denn sobald sie nicht selbst sprechen, kommt doch wieder Vernunft ins Blatt. So wie in diesem Leserbrief, dessen Autor sich ähnliche Gedanken machte wie ich gestern, oder im Interview mit Dieter Wedel, dem man genügend Raum lässt, das Ganze schöner auszudrücken. Gerade noch mal die Kurve gekriegt, würde ich sagen.