Greenpeace meckert, drückt sich aber sorgsam davor, auf die Kernaussage einzugehen. Das muss ein guter Artikel sein. Online gibt es ihn leider nicht, aber bis Mittwoch noch am Kiosk in der Zeit (*). Die Kurzfassung: die EU arbeitet an einem absoluten Verbot bestimmter Pestizide; Experten schlagen die Hände über dem Kopf zusammen und erinnern an Paracelsus(**) sowie daran, dass wir Risiken oft irrational beurteilen. Das führt dazu, dass wir uns vor Pestiziden fürchten, allein weil sie in Obst oder Gemüse nachweisbar sind. Das ist offensichtlicher Blödsinn, und da kommt die Risikobewertung ins Spiel. Ein Verbot oder Verzicht ist nur dann sinnvoll, wenn nicht nur der Stoff selbst messbar ist, sondern auch irgendeine negative Wirkung. Sich bei der Beurteilung des Risikos nicht auf den Verbraucher zu beschränken, sondern auch die Anwender sowie Nebenwirkungen zu berücksichtigen, ist gewiss richtig und sinnvoll. Aber auch dort muss man sich die tatsächlichen Auswirkungen anschauen.
(*) Die gefühlte Gefahr von Josephina Maier, Die Zeit Nr. 48/2008 vom 20. November, S. 48
(**) »Alle Ding sind Gift, und nichts ohn Gift; allein die Dosis macht, daß ein Ding kein Gift ist.«