Vertrauensfrage

Ein Secustick ist ein USB-Stick, der seinen Speicher automatisch löscht, wenn das Passwort mehrmals falsch eingegeben wird. Regierungen benutzten es und viele hielten es für ein geniales Produkt – bis es www.tweakers.net in 30 Minuten knackte. Anscheinend waren die Daten des Sticks noch nicht mal verschlüsselt. Bruce Schneier hat in seinem Newsletter darauf hingewiesen, dass dies ein typisches Beispiel für eine asynchrone Informationssituation sei. In einem solchen Markt besitzt der Verkäufer mehr Informationen als der Käufer. Eine Lösung dieses Problem bietet das so genannte Signalling – also ein neutraler Dritter, der das Informationsdefizit des Kunden ausgleicht. Dies kann der Staat sein oder Fraunhofer SIT, das ein Testat vergibt, oder beides.

Entscheidend dabei ist das Vertrauen, das der Kunde der Signalling-Instanz entgegenbringt. Dafür gibt es sogar eine schöne Formel, die ich in der Wikipedia gefunden habe:

p*G(x)-(1-p)*L(y)>0

Daraus ergibt sich

Vertrauen = p > L(y) / (L(y) + G(x))

p ist dabei die Wahrscheinlichkeit, mit der man annimmt, das die Signalling-Instanz als Treuhänder wirklich die richtige Entscheidung trifft bzw. wirklich das liefert, was gewollt ist. p ist dabei oft nichts anderes als das Bauchgefühl, was bekanntlich ja nur die Summe aller Erfahrungen ist. Wenn also demnächst jemand wieder die Vertrauensfrage stellt, einfach Kosten durch (Kosten + zu erwartender Gewinn).

Interessant ist das, weil ich bei einer Fraunhofer-Marketing-Veranstaltung den Satz hörte „Als Fraunhofer-Geselllschaft verkaufen wir in erster Linie Vertrauen – Vertrauen darauf, dass wir die Dinge Leisten, die wir versprechen.“

3 Kommentare zu „Vertrauensfrage

    1. Ja über was denn jetzt genau? Die Milchstraße, das Universum oder die unendlichen Weiten der ewigen Wurmlöcher?

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.