CoronApp-News (2020-05-31)

Etwas verspätet die Linksammlung rund um Corona-Apps aus der vergangenen Woche:

  • Die Entwickler der deutschen Corona-Warn-App haben Quelltexte der App selbst und weiterer Teilsysteme veröffentlicht. Auch Entwürfe der Benutzerschnittstelle gibt es inzwischen zu sehen. Der Bundesinnenminister ist optimistisch, dass die App bald fertig werde. Was man über unsere künftige Corona-App wissen muss, fasst Golem.de zusammen.
  • Ein Gesetz zur Corona-Warn-App hält die Bundesregierung weiter für unnötig, schließlich sei die Nutzung freiwillig. Ob auch die Selbstisolation freiwillig bleibt, obwohl die Unterlassung in Kenntnis einer Warnung schnell zur Körperverletzung werden kann, hat wohl noch niemand gefragt. Ausgerechnet die Amerikaner, auf die wir in puncto Datenschutz gerne herabsehen, sind uns einen Schritt voraus.
  • Die französiche App StopCOVID erhielt den Segen der Nationalversammlung und soll in den nächsten Tagen starten. Die dortigen Datenschützer spielen mit, jedoch mit Bauchschmerzen. Die Schweizer „SwissCovid-App“ geht in den Feldversuch. Auch dort ist das Parlament mit der Gesetzgebung befasst.
  • Großbritannien setzt auf eine Kombination aus einer Contact-Tracing-App, die immer noch im Testbetrieb ist, und herkömmlicher Kontaktverfolgung. Mal eben 25.000 Helfer anzulernen und remote zu beschäftigen, ist allerdings auch nicht so einfach. Ebenfalls schlecht funktioniert die Selbstisolation: Selbst unter jenen, die Symptome zeigen, folgt nur die Hälfte der Aufforderung, zu Hause zu bleiben.
  • In Australien gibt es sein einem Monat eine Corona-App. Geholfen haben soll sie bis jetzt in einem einzigen Fall. Das muss allerdings nicht an der App liegen. Wir erinnern uns: Das unmittelbare Risiko einer Ansteckung ist gegenwärtig sehr gering und die Vorsichtsmaßnahmen sollen bewirken, dass dies so bleibt.
  • Netzpolitik.org hat Erfahrungen mit Corona-Apps aus mehreren Ländern zusammengetragen.
  • Unterdessen stellen neuere Erkenntnisse zu Ansteckungen das früh festgelegte Konzept der individuellen und dezentralen Kontaktverfolgung in Frage. Wie Michael Seemann in einem Twitter-Thread skizziert, ist die Ansteckungsgefahr wahrscheinlich bei einem langen gemeinsamen Aufenthalt in Innenräumen am größten. Davon soll die deutsche Corona-Warn-App jedoch nichts wissen.
  • Aus China, wo Apps ganz ungeniert als dynamischer Gesundheitspass eingesetzt werden, berichtet das Auslandsjournal des ZDF. Auch eine Arte-Doku, die bereits Mitte April erschien, widmet sich Chinas Umgang mit der Pandemie. An Gesundheits-Apps finden Regierung und Behörden gerade Gefallen und überlegen, was man sonst noch damit anstellen könnte.

Genug Material für den Feiertag, oder?

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