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Unterschätzte Risiken: Wir

Vor oberflächlicher Kapitalismuskritik und Vulgärmarxismus kann man sich dieser Tage kaum noch retten, und manchmal fliegen unter diesem Vorwand die Fetzen. Da tut es gut, dass uns die NZZ daran erinnert, wodurch eine spekulative Blase an der Börse überhaupt zustande kommt:

»Platzt eine Blase, wird der «Kapitalismus» verteufelt. Auch das ist Teil ihres Musters. Innerhalb spekulativer Blasen gibt es als Teilnehmer oder Mitspieler aber nur «Kapitalisten» – und es gibt viele solche Teilnehmer. Alle laufen wie der Rentier in Gerhart Hauptmanns «Biberpelz» herum oder denken in Vorfreude daran. Das ist keinesfalls auf die jetzt so verteufelte «Hochfinanz» begrenzt und auf die «Park Lane»-Quartiere unserer Metropolen oder die Waldsiedlungen in den Bergen. Der Kapitalist in uns selbst beginnt mit einem Blick zum Nachbarn.«

(Ernst Mohr: Wenn eine spekulative Blase platzt, ist an sich nichts kaputt,
NZZ vom 27. November 2008)

Dem ist wenig hinzuzufügen. Höchstens vielleicht der Hinweis, dass bereits einige Versuche gescheitert sind, Menschen diesen Blick zum Nachbarn abzugewöhnen.

Den Teufel an die Wand gemalt

Bundestagsabgeordnete entwerfen Krisenszenarien, Telepolis berichtet:

»Was wäre wenn man morgens den Schalter drückt und keine Lampe angeht, es auch draußen dunkel ist, kein Kühlschrank, keine Ampel mehr funktioniert und es auch im Krankenhaus keinen Strom mehr gibt – einfach nichts mehr funktioniert. Wenn der Strom weg ist und es auch bleibt, Stunden, Tagelang… Risiken und Herausforderungen für die Öffentliche Sicherheit in Deutschland haben vier Bundestagsabgeordnete Ihr „Grünbuch“ genannt. Darin zeichnen sie Szenarien auf und stellen Leitfragen, die im politischen Alltag niemand stellt.«

Telepolis: Über Risiken und Öffentliche Sicherheit

Ob das was bringt? Mutti sagt: erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.