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Denkverbote für Star-Trek-Computer?

Zwei Jahre nach Datenkrake Google ist aus den damals noch unscharfen Gedanken mit Unterstützung meiner Kolleginnen Annika Selzer, Andreas Poller und Mark Bedner ein Artikel geworden: Denkverbote für Star-Trek-Computer?, Datenschutz und Datensicherheit – DuD 38(1), Januar 2014, DOI: 10.1007/s11623-014-0008-x. Abgeschlossen ist das Thema damit nicht, die Diskussion geht gerade erst richtig los.

Vor 30 Jahren definierte das Bundesverfassungsgericht im Volkszählungsurteil das Recht auf informationelle Selbstbestimmung und erklärte es zu einer Voraussetzung für Freiheit und Gemeinwohl. Die elektronische Datenverarbeitung (EDV), so nannte man die Informationstechnik damals, steckte noch tief im Manufakturzeitalter. Datenbanken ersetzten gerade die Karteischränke, das beschriebene und sortierte Papier. Wissenschaftler begannen, über künstliche Intelligenz nachzudenken, aber das war eine Zukunftsvision; der Spielfilm Computer Chess fängt die Stimmung jener Zeit ein.

Einerseits zeugt das Volkszählungsurteil von Weitsicht. Aus der Datenmanufaktur ist eine Datenindustrie geworden. Computer spielen heute nicht nur Schach auf Weltmeisterniveau, sie gewinnen auch im Fernsehquiz Jeopardy! Amazon, Netflix, Last.fm und viele andere Dienste empfehlen uns, was unserem Geschmack entspricht, und liegen damit häufig genug richtig um uns erfolgreich etwas zu verkaufen. Google ermittelt aus Suchanfragen die Ausbreitung von Grippewellen, wenn auch nicht ganz genau. Das Thema Datensammlung und Datenverarbeitung grundsätzlich anzugehen erweist sich im Nachhinein als richtig.

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