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Umsonst gefürchtet

Endlich räumt mal jemand mit den FUD-Geschichten vom googelnden Personalchef auf, der seine Entscheidung anhand längst verjährter Partyfotos aus Studententagen fällt:

»Es ist noch nicht lange her, da wurden Bewerber vor Personalchefs gewarnt, die angeblich nichts Besseres zu tun hatten als von morgens bis abends nach verfänglichen Partyfotos und peinlichem Privatkram im Internet zu stöbern.
(…)
Jetzt zeigt eine Studie, dass der Alarm übertrieben war. Denn bisher interessieren sich die wenigsten Personalexperten für soziale Netzwerke.«

(sueddeutsche.de: Soziale Netzwerke – Der Spion schläft)

Plausibel waren diese Geschichten ohnehin nie. Partyfotos liefern einfach keine relevante Information über einen Bewerber.

Unterschätzte Risiken: irrationale Ängste

Nicht alles, was plausibel klingt, ist auch richtig:

»Personaler schnüffeln immer und überall. Kaum liegt die Bewerbermappe auf dem Tisch, wird gegooglet, geyoutubt, geflickert, gefacebookt, gexingt, gelinkedint, gemyspacet, werden Spezialdienste wie Stalkerati, Technorati oder Yasni angesurft.

Meinungsäußerungen, Hobbies, Vorlieben, Neigungen – kein noch so kleines Detail in der Vita eines Kandidaten bleibt ihnen verborgen, alles wird gesammelt und in einem so genannten B-Profil ausgewertet, so der gängige Medien-Tenor. Doch ist dem wirklich so? (…)«

(FAZjob.NET: Karrieresprung: Bewerber googeln – oder lieber doch nicht?)

Selbstverständlich interessiert sich kein Mensch für die Studentenpartyfotos im Netz, und falls wider Erwarten eine Firma ihre Personalauswahl auf solche Kindereien stützt, möchte man dort nicht arbeiten. Reputationsmanagement durch Löschen dürfte sich deshalb in der Regel erübrigen und ganz dumm wäre es, im Netz überhaupt keine Spuren zu hinterlassen.

Das soll keine Einladung zum sorglosen Umgang mit sich selbst im Netz sein. Aber unrealistische Bedrohungsszenarien sind selten die Grundlage eines brauchbaren Sicherheitskonzeptes und wer sich von Angst lähmen lässt, wo andere etwas tun, der kann nur verlieren.