Camping, Tag 1

Sonne über dem Zelt == Frühaufsteher im Zelt. Der Tag beginnt gut: aus meinem Kabelende kommt jetzt Internet. Das war zu erwarten. Wirklich überrascht hat mich, dass aus der Dusche warmes Wasser kam, was auf solcherlei Veranstaltungen einem Wunder gleichkommt. Nun gut, es waren eher plötzliche Wechsel zwischen Heiß und Kalt denn ein stetiger Strom gewärmter Flüssigkeit, doch bereits der gezeigte gute Wille lässt mein Warmduscherherz höher schlagen. Zumal die Wechsel nicht so zufällig erfolgen, wie es zunächst den Anschein hat: die Temperatur hängt davon ab, wie hoch man die Browause hält.

So ein Camp funktioniert wie eine kleine Stadt. Die Bewohner leben in Stadtvierteln, hier »Villages« genannt; dazwischen gibt es Straßen, Plätze, Wege und Kabeltrassen. Grundbedürfnisse werden lokal befriedigt; Essen, Trinken und soziale Ereignisse hingegen finden zentral statt, so man sich nicht selbst versorgt. Dass hier wenig gearbeitet wird, zeigt sich allerdings: es gibt deutlich mehr Veranstaltungsorte, als ein Städtchen gleicher Größe zu bieten hätte.

Nicht fehlen darf der öffentliche Dienst. Chaosengel, NOC, POC und CERT sorgen dafür, dass alles funktioniert. Auch eine campeigene Polizei gibt es, und sie wird erstaunlich klaglos akzeptiert. Der Marsch der Institutionen hat also auch vor dem CCC nicht Halt gemacht, der sich einst in den Räumen der jungen taz gegründet hatte, die auch nicht mehr das ist, was sie mal war. So ein Camp ist heutzutage familientauglich, und einen Kindergarten gibt es konsequenterweise auch.

Über das Vortragsprogramm des ersten Tages hat Heise schon berichtet, deshalb lasse ich es hier aus. Die vorhergesagten Unwetter spielten sich heute woanders ab. Die Aussichten bleiben erfreulich:

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