Blödsinnige Dämonisierung

Spiegel Online geht mit der Mode und bauscht die Zigarette zum heimtückischen, bösartigen Suchtdämon auf:

»Die sieben wissen, dass sich nicht „leichsinnig“ werden dürfen und „streng mit sich“ sein müssen, wollen sie keinen Rückfall erleiden. „Eine Zigarette reicht, um mich wieder zum Raucher zu machen“, sagt Klaus.«

Nun ja, es ist nur zitiert und die eigentlichen Schuldigen sind die Jungs und Mädels aus dem Entwöhnungsseminar und ihre Psychologin. Wie dem auch sei, liebe Leserinnen und Leser, das ist Bullshit. Ein Erwachsener ist in der Lage, eine Zigarette zu rauchen und danach lange keine mehr. Ohne Therapie, ohne Pflaster, ohne Hilfsmittel. Und auch dann, wenn er früher mal viel geraucht hat. Das mag schwer sein und der eine oder andere mag in alte Gewohnheiten zurückfallen. Aber das hat jeder selbst in der Hand und jeder ist für sich selbst verantwortlich. Es auf die Zigarette zu schieben, sie zur »hässlichen Frau« zu anthropomorphieren, das ist kindisch. Raucher sind keine Patienten, und was ihnen Entwöhnungstherapeuten bieten, könnten sie mit mehr Vergnügen und für denselben Preis auch bei einer Domina bekommen. Ich wünschen Klaus von Herzen, dass er eines Tages doch leichtsinnig wird und dann begreift, dass der Tausch der »hässlichen Frau« gegen eine Therapeutin nicht notwendig ein guter ist.

PS: Zufall? Synchronizität? Jahreszeit?