Archiv für den Monat Juni 2013

Sketchifying and the Instagram of Security Design

About a year ago, when I received the review comments on Point-and-Shoot Security Design (discussed in this blog before), I was confronted with a question I could not answer at that time. One reviewer took my photography analogy seriously and asked:

What ist the Instagram of information security?

Tough one, the more so as I never used Instagram. But the question starts making sense in the light of an explanation that I came across recently:

»Ask any teenager if they would want to share multi-photo albums on Instagram, and they wouldn’t understand you. The special thing about Instagram is that they focus on one photo at a time. Every single photo is a piece of handcrafted excellence. When you view an Instagram photo, you know the photo is the best photo of many photos. The user chose to upload that specific photo and spent a good amount of time picking a filter and editing it.«

(The Starbucks Theory — Thoughts on creativity)

One of the points I made in my paper was that design requires design space exploration before refinement and caring about details. Even if one starts to consider security early in a development process, one may still end up bolting security on rather than designing it in if one lets non-security requirements drive the design process and simply looks for security mechanisms to add to the design. One should rather, I theorized, actively search the security design space for solution candidates and evaluate them against threat models to identify viable solutions to the security problems an operational environment will be posing. Designing a secure system is not in the first place about defining a security policy or guaranteeing certain formal, microscopic security properties. Security design is rather about shaping the behavior of adversarial actors such that the resulting incident profile becomes predictable and acceptable.

Today I came across an article by Željko Obrenović, whose work I was unaware of at the time of writing the point-and-shoot paper. In his article Software Sketchifying: Bringing Innovation into Software Development (IEEE Software 30:3 May/June 2013) he outlines the ideas behind Sketchlet, a tool to help nonengineers to try out different interaction designs. I haven’t tried Sketchlet yet, but apparently it allows interaction designers to work with technological components and services, combining and arranging them through a direct manipulation user interface. Without having to program, the designer can take building blocks and play with them to try out ideas. Designers can thus quickly discard bad ideas before taking a selection of apparently good ones into the prototyping and later, the implementation stage.

Conceptually this is pretty close to what I’d like to see for security design. There’s a catch, however: security design deals with dimensions that can’t be experienced immediately, needs to be visualized through evaluation and analysis. Design sketches need to be evaluated in a second dimension against threat models capturing and representing adversary behavior. Nevertheless, Sketchifying looks like an interesting starting point for further exploration.

Verrechnet

Sehr schön, die Fahrradhelmpropaganda beginnt sich selbst zu zerlegen. Die Helm-PR hat den Punkt erreicht, an dem sich das gepflanzte Mem verselbständigt. Dabei gerät es außer Kontrolle, viele Köche verderben den Brei. Das ist in diesem Fall gut.

Eine Versicherung behauptet dreist:

»Besonders dramatisch ist dabei, dass im Schnitt fast 9 von 10 Fahrradunfällen (85%) Kopfverletzungen nach sich ziehen. Ein Helm kann hier Schlimmstes verhindern.«

(Zurich unterstützt „Fahrradhelm macht Schule“)

Wie wir seit einem OLG-Urteil vor ein paar Tagen wissen, gehören Versicherungen zu den Profiteuren des Helmglaubens. Das Volk lehnt Fahrradhelme mehrheitlich ab, die Tragequote lag 2009 im Mittel über alle Altersgruppen bei gerade mal 11% – wie auch zwei Jahre darauf noch. Einer Versicherung kann also nichts besseres passieren als ein Gericht, welches das übliche und normale Verhalten für leichtsinnig erklärt.

Für den Tagesspiegel versucht sich Markus Mechnich darin, die Schutzwirkung von Fahrradhelmen für unbestreitbar zu erklären. Er verwendet übliche Taktiken: Verzicht auf absolute Zahlen und damit die Risikobewertung, stattdessen Prozentangaben, eine zahlenunabhängige Argumentation und die subtile Einordnung von Kopfverletzungen zwischen Speiseröhrenkrebs und akuter Strahlenkrankheit auf der Schreckensskala. Die Quintessenz: Unfälle, bei denen der Helm helfen könnte, seien nicht auszuschließen, und deshalb solle man unbedingt einen tragen.

Dabei unterläuft ihm ein Lapsus:

»Nach Zahlen des Gesamtverbands der deutschen Versicherer erleiden Radfahrer bei 25,7 Prozent aller schweren Unfälle Verletzungen am Kopf.«

(Ohne Kopfschutz wird es oft tödlich)

Was steht da? Da steht, dass 74,3% der schweren Fahrradunfälle ohne Kopfverletzung abgehen. Selbst wenn wir die ganzen harmlosen Stürze ausklammern, finden wir nur einen bescheidenen Anteil von Kopfverletzungen. Mechnich merkt das auch und versucht sich eilig in die Behauptung zu retten, das Gehirn sei doch wichtiger als Arme und Beine. Dabei unterschlägt er allerdings, dass von Kopf- und nicht von Gehirnverletzungen die Rede ist. Wie eine Kopfverletzung (nebst Beanspruchung der Halswirbelsäule) mit Helm aussieht, kann man sich in einem Helm-PR-Video anschauen, welches wiederum aus der Versicherungsbranche stammt. Zahlen, Analysen und Risikobetrachtungen sucht man dort vergebens, und so muss jeder die gezeigten Bilder selbst interpretieren. Ich sehe im Video ab 6:00 einen Faceplant, der ohne Helm bestenfalls genauso, schlimmstenfalls glimpflicher abgelaufen wäre.

Mechnich – oder sein Kronzeuge Prof. Pohlemann von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, so richtig klar wird das nicht – argumentiert weiter:

»Normalerweise verhindert der Schädelknochen solche Schäden. Radler erreichten allerdings so hohe Geschwindigkeiten, dass der Knochen bei manchen Stürzen nicht mehr ausreiche.«

(Ohne Kopfschutz wird es oft tödlich)

Das klingt plausibel, bis man sich anschaut, was bei hohen Geschwindigkeiten tatsächlich passiert. Beim Crashtest Pedelec mit 45 km/h in eine Autotür macht der Fahrradhelm keinen Unterschied. Die schwersten Verletzungen sind im Brustbereich zu erwarten und der Kopf schlägt wieder mit dem unbehelmten Gesicht auf.

Ich werde weiter ohne Sturzkappe fahren, wie die meisten Erwachsenen. Fahrradhelme finden eine nennenswerte Verbreitung nur unter unmündigen Kindern. Zu Recht.

Attack-as-a-Service Market Prices

An article in the latest issue of CACM (paywalled) quotes some prices advertised by criminals for elementary attack building blocks:

  • DoS – $50…$500 per day
  • hacking a private e-mail address – $30…$50
  • forged identity documents – <$30
  • software opening fake accounts – <$500
  • custom-made malware – $1,500 + monthly service fee

If you want to get rich, don’t waste your time on developing sophisiticated attack techniques. Look at the services available and devise a business model.

Unterschätzte Risiken: Homöopathie

Homöpathie kann nicht schaden? Denkste! Manche glauben daran, andere nicht. Blöd, wenn die anderen Polizisten sind, das weiße Pulver im Paket aus Uruguay für Heroin halten und gegen die Empfänger ermitteln:

»De nada sirvieron sus explicaciones de que aquel polvo blanco era su tratamiento homeopático contra su mielitis idiopática, que dificultaba su caminar.«

(El País: “Es homeopatía, no heroína”)

In deren Ohren klingt Homöpathie nach einer ganz schlechten Ausrede.