Camping, Tag 0

Im Osten ist alles besser: das Wetter, die Autobahnen und die Urlaubsziele. Anzuhalten hätte sich vielerorts gelohnt. Ich beschränke mich auf eine Tankstelle irgendwo in der Gegend von Jüterbog. So komme ich gerade rechtzeitig in Finowfurt an, um noch einen der wohl knappen Parkplätze zu erhalten und mein Zelt bei Einbruch der Dämmerung beziehen zu können. Den Aufbau hätte ich notfalls auch in einer mondlosen Nacht geschafft, aber dunkel wird es hier in den nächsten Tagen nicht werden.

Hier, das ist im Luftfahrtmuseum Finowfurt am Rande der Schorfheide. Was heute Museum und öffentlicher Flugplatz ist, diente bis 1994 den sowjetischen Streitkräften als Militärflugplatz. Mehrere MiGs aus dieser Zeit stehen hier zusammen mit anderem Fluggerät im Camp herum. Sie sind jedoch nur Beiwerk.

Gekommen bin ich für Internet im Zelt und die Party drumherum. Internet geht wider Erwarten sogar auf Anhieb übers WLAN, das bei solchen Massenaufläufen bereits ohne Spielkinder schnell überfordert ist. Also schnell in die Mail geschaut (unser VPN ist doch sicher, oder?) und dann die anderen Grundbedürfnisse befriedigt. Die Lebensmittelversorgung bootet noch, aber für den Abend genügen die mitgebrachten Vorräte allemal. Strom ist schwerer zu bekommen. Frühaufsteher haben die wenigen Sockets im Schaltschrank belegt. Dann eben dezentral. Drei Zelte weiter sitzt eine Runde unter Lampem vor Laptops und hat offensichtlich Strom, an dem ich teilhaben darf. Dann noch das Ethernet-Kabel in Richtung Datenklo ausgeworfen und die Infrastruktur steht.

MorgenHeute geht es richtig los. Das Wetter soll vorerst erfreulich bleiben:

wetter_2007-08-07_finowfurt.png

Erfolg gegen Netzterroristen

Heise online berichtet:

»U.S.-District-Richter Michael J. Davis vom District-Gericht Minnesota hat eine drakonische Strafe gegen den international bekannten Viagra-Spammer Christopher Smith (27) verhängt: 30 Jahre Gefängnis.«

So ist es richtig. Der War on Terror wird nicht im Irak gewonnen, sondern im Gerichtssaal.

Onlinedurchsuchung (Betaversion)

Falls sich jemand immer noch nicht vorstellen kann, was eine Online-Durchsuchung sein soll und woran sie scheitern kann:

»(…) Allerdings war dieser Client Spyware – er durchsuchte auf den installierten Rechnern die Festplatten und meldete die Ergebnisse über das Internet weiter. Zeropaid, die den Effekt in Zusammenarbeit mit ThePirateBay entdeckten, ermittelten durch eine einfache Whois-Anfrage, dass die Site auf MediaDefender eingetragen war. Das kalifornische Unternehmen ist dafür bekannt, dass es gefälschte Torrents anbietet, mit denen IP-Adressen und Daten von Nutzern ermittelt und an die Medienindustrie weitergereicht werden. (…)«

heise online – Anti-Filesharing-Dienstleister MediaDefender bot Spyware-Client an

Unterschätzte Risiken: Johannisbeermarmelade und Rote Beete

Wer wirklich sicher sein will, der muss mit allem rechnen:

»Mit eingewecktem Obst und Gemüse wurde ein 62-Jähriger am Montag in Altlindenau beworfen. (…)

Zunächst warf ein Unbekannter eine Portion Johannisbeermarmelade in den Raum, welche einen großen Fleck auf der Auslegware verursachte. Noch bevor dieses Übel beseitigt werden konnte, folgte ein Glas Rote Beete und landete ebenfalls auf dem Teppich. Die umherfliegenden Stücke und Spritzer verunreinigten dabei sowohl die Auslegware als auch Wände und Büromöbel. Der dadurch entstandene Schaden beläuft sich auf rund 2000 Euro.«

(Leipziger Volkszeitung – www.lvz-online.de, 2007-07-04)

Hand aufs Herz, wer wäre von selbst auf dieses Angreifermodell gekommen?

Politiker und das Internet

»Die Logik des Satzes „Ich lasse mich nicht bei Dingen filmen, die ich nicht kann“ ist kein intellektueller Meilenstein. Darauf kämen die meisten Mitbürger. Nur: Warum lassen sich Politiker dann allen Ernstes zum Thema Internet befragen?«

So kommentiert Thomas Knüwer das folgende Video. Das eigentlich keines Kommentars mehr bedarf, weil es selbst schon alles sagt.

Link: sevenload.com

Und die wollen Gesetze über Hackertools, Killerspiele und Online-Durchsuchungen machen?

Straßentheater in Darmstadt

Vom 13. bis zum 16. Juni findet in Darmstadt zum 14. Mal das Straßentheaterfestival Just for Fun statt. Spielorte sind traditionell der Aktivspielplatz Herrngarten, die Bessunger Knabenschule, der Riegerplatz sowie am Wochenende die Innenstadt. Das vollständige Programm gibt es hier. Vergesst nicht, den Künstlern am Ende ein paar Euro in den Hut zu werfen, die leben davon.

Schild und Schwert: Sicherheit auf Weltniveau

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Das Ministerium für Staatssicherheit – Alltag einer Behörde:

»Neun Ex-Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit – Generäle und hohe Offiziere – berichten vom Alltag in der wichtigsten Behörde der DDR. Sie geben Einblick in Techniken und tägliche Routine der Geheimdienstarbeit, psychologische Tricks bei Verhören und der „Führung inoffizieller Mitarbeiter“ – und sind sich dabei keiner moralischen Schuld bewusst.«

Am Sonntag, dem 10. Juni, um 20:45 im Rex.

Sapere aude

»Viele Bürger fassen das vielleicht nicht als Scherz auf und glauben, sie leben in einem Polizeistaat«, zitiert der Hessische Rundfunk einen anonymen Sprecher, von einer »skurrilen Protestaktion« schreibt das Darmstädter Echo. Unbekannte haben sich erlaubt, den Sicherheitswahn rund um das G8-Treffen zu persiflieren – auf Recycling-Papier unter dem Briefkopf der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Den ganzen Text gibt’s hier bei uns.

Sehr geehrte Darmstädterinnen und Darmstädter

Sapere aude.

Dr. Google?

eGK und Telematik-Infrastruktur – diese Worte bringen derzeit viele Mediziner in Rage und auch die Öffentlichkeit ist nach dem Hickhack um Kosten/Nutzenanalysen doch arg verunsichert. Dass es sich lohnen kann, dafür sprechen die neuesten Gedanken, die sich Google-Vizepräsident Adam Boswell in seinem Blog macht. Neben einem Portal mit Gesundheitsinformationen denkt die Firma auch über Patienteninformationen nach:

Patients also need to be able to better coordinate and manage their own health information. We believe that patients should control and own their own health information, and should be able to do so easily. Today it is much too difficult to get access to one’s health records, for example, because of the substantial administrative obstacles people have to go through and the many places they have to go to collect it all. Compare this to financial information, which is much more available from the various institutions that help manage your financial „health.“ We believe our industry should help solve this problem.

As the Internet increasingly helps link communities of people, we also think there is an opportunity to connect people with similar health interests, concerns and problems. Today, people too often don’t know that others like them even exist, let alone how to find them. The industry should help there, too.

Will Double-Click-Besitzer Google mir demnächst Werbevorschläge auf Grundlage meiner Krankengeschichte machen oder meine Sucheregebnisse filtern, um mein krankes Herz zu schonen. Das Wort Datenschutz kommt im Posting jedenfalls nicht vor.