Archiv der Kategorie: Verboten

Betrug, Gesetze, Strafen, Polizei , Law and Order

Unterschätzte Risiken: Kinderüberraschung

Laptopdurchsuchung an der Grenze? Pah! Viel eifriger ist der amerikanische Zoll im Beschlagnahmen von Überraschungseiern:

»The U.S. takes catching illegal Kinder candy seriously, judging by the number of them they’ve confiscated in the last year. Officials said they’ve seized more than 25,000 of the treats in 2,000 separate seizures.«

(CBS News: Kinder Surprise egg seized at U.S. border)

 

Unterschätzte Risiken: Angstpolicies

Sicherheitsverantwortliche in Unternehmen und anderen Organisationen sind dazu da, dass man jemanden feuern kann, wenn etwas in die Hose gegangen ist. Policies – Verhaltensregeln für Mitarbeiter – dienen dazu, diesen Vorgang möglichst weit hinauszuzögern. Der Verantwortliche als Herausgeber einer Policy hat mit der Herausgabe etwas getan, er hat Risiken von sich auf andere verlagert. Und nebenbei vielleicht der Organisation geschadet:

»A recent survey conducted by Telus and the Rotman School of Management indicates that companies that ban employees from using social media are 30 per cent more likely to suffer computer security breaches than firms that are more lenient on the issue of workers tweeting and checking Facebook posts in the office.«

(Facebook bans at work linked to increased security breaches)

 

DDoS

Welches Hackertool nimmt man, um einen Denial-of-Service-Angriff gegen eine kritische Infrastruktur ins Werk zu setzen? Genau, das Gesetzbuch:

»Schon gestern war der Tiergartentunnel ohne Vorwarnung gesperrt worde. Kurzzeitig war das zwar vorgesehen, aber der Grund für die Dauersperrung ist ein bizarres Datenschutzproblem: Nach Auskunft der Stadtentwicklungsverwaltung wurden die Bilder aus den Überwachungskameras aufgezeichnet, obwohl die Kameras nur der augenblicklichen Kontrolle des Verkehrs dienen sollen.«

(Tagesspiegel: Verkehr lahmgelegt: Stadtweites Chaos durch Nato-Gipfel und Tunnelproblem)

Wir haben viel zu wenig Phantasie. Hand aufs Herz, wem wäre Datenschutz-DoS als Bedrohung eingefallen?

Unterschätzte Risiken: Ahnungsloses Parolenrecycling

»Wahltag ist Zahltag,« plakatierten Parteien am äußersten rechten Rand des legalen politischen Spektrums jahrelang, um sich Unzufriedenen als Wahlalternative anzudienen. Das dürfte eigentlich niemandem entgangen sein, der einmal mit offenen Augen durch die Welt gelaufen ist. Oder durchs Internet.

Nach aktuellen Medienberichten plappern die Stuttgarter Bahnhofsprotestler diese Parole nun nach. Damit machen sie ihren seit je seltsamen Widerstand zum nationalen Widerstand und verabschieden sich, ob gewollt oder nicht, endgültig aus der Arena des konstruktiven Diskurses. Wir können das Thema abhaken, es gibt keinen ernstzunehmenden Protest mehr gegen Stuttgart 21.

Unterschätzte Risiken: ASF/UZP

Der Innenminister hatte recht, als er uns vor Terroristen warnte:

»Nach monatelangen Ermittlungen hat der Staatsschutz vermeintliche Freiheitskämpfer im Erzgebirge überführt. (…) Das für „Arzgebirgische Separatistische Freiheitsarmee/Unabhängiges Ziviles Paramilitär“ stehende Kürzel „ASF/UZP“ war im Raum Schwarzenberg in der zweiten Jahreshälfte 2010 vor allem auf die Wände von Abbruchhäusern und Verteilerkästen gesprüht worden. (…) Auf – inzwischen aus dem Internet verschwundenen – Videoclips waren die drei im paramilitärischen Stil aufgetreten und hatten nicht nur vor einem Schwibbogen als Erkennungssymbol posiert, sondern auch mit echt aussehenden Waffen hantiert.«

(LVZ Online: Staatsschutz überführt „Arzgebirgische Separatistische Freiheitsarmee“)

Mit 16 hätte ich so einen SpaßBlödsinn sicher mitgemacht. Schwibbogenterrorist, darauf muss man erst mal kommen.

An das Bundeszentralamt für Steuern

Jetzt tun wir mal etwas völlig Beklopptes, denn damit rechnen sie nicht. Musterklagen sind für Weicheier und bloggende Anwälte. Ich bin weder das eine noch das andere, dafür aber gelernter DDR-Bürger. Was uns, respektive dem Bundeszentralamt für Steuern, das nachfolgende Schreiben beschert:

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A Rationalist Approach to Risk Assessment

»I believe smoking bans are doing great damage, and not only economic damage. They promote intolerance, social tension and a ‘stool pigeon‘ culture. They ostracise a large and law-abiding segment of the population. They set a worrying precedent for all kinds of other social engineering. And they bring Nanny into Nightlife: the last place she belongs.«

Over at Plazeboalarm they celebrate (in German) an essay by Joe Jackson, Smoking, Lies and The Nanny State (PDF), and rightly so. He perfectly demonstrates a rationalist approach to risk assessment, which is based on fact rather than opinion and hidden agendas. He also demonstrates how real and unreal health risks can be abused politically and possibly lead to much worse an outcome even if the original risk fought was real.

Even though not everyone may agree with him, even if the factual basis of his essay were wrong (I didn’t verify his numbers yet), he reminds us of the virtue of skepticism. Even experts can be wrong. Terribly wrong, sometimes:

»It is has become ‘common knowledge’ that smoking is one of the worst things you can possibly do to yourself; ‘all the experts agree’. Of course, ‘all the experts’ once agreed that masturbation caused blindness, that homosexuality was a disease, and that marijuana turned people into homicidal maniacs. In the 1970s and 80s British doctors told mothers to put their babies to sleep face-down. Cot deaths soared, until a campaign by one nurse succeeded in changing this policy, which we now know to have claimed something like 15,000 lives.«

No matter how you feel about smoking, read his essay and try to grasp the many points he makes that are not immediately related to cigarettes and tobbacco but rather to rationalism and workable ways of running a society. A must-read for everyone. Conspiracy theories about the tobacco industry are not an acceptable excuse.

Der Terror geht weiter

Der Deutsche Bundestag hat erwartungsgemäß die Kriminalisierung unserer Arbeit beschlossen. Ob wir damit auch zu Terroristen werden, die Geruchsproben abgeben dürfen und ihre Post nicht selbst lesen müssen, weil das bereits andere für sie tun, das wissen wir nicht. Wie wir überhaupt vieles nicht wissen, denn statt etwas gesetzlich zu regeln, was einer gewissen Klarheit der Formulierung bedurft hätte, hat man lediglich Spielräume und Möglichkeiten geschaffen. Spielräume für die Strafverfolgung, nicht für uns. Wir, die wir uns mit IT-Sicherheit beschäftigen, verlieren also an Sicherheit, wir müssen fortan mit dem Schlimmsten rechnen.

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09 F9 11 02 9D 74 E3 5B D8 41 56 C5 63 56 88 C0

According to the Motion Picture Association of America (MPAA) this seemingly innocent 32-digit hexadecimal number is verboten. Slashdot reports they sent out DMCA takedown notices (sample at chillingeffects.org) to several sites that spread the number 09 F9 11 02 9D 74 E3 5B D8 41 56 C5 63 56 88 C0.

The DMCA, or Digital Millennium Copyright Act is a U.S. copyright law. A takedown notice is a letter or other message that a legitimate copyright holder can send to an internet service provider, requesting that specific infringing material be taken off the Net.

So why and how would an association of the motion picture, home video and television industries attempt to maintain and defend their copyright in a 32-digit hexadecimal number, 09 F9 11 02 9D 74 E3 5B D8 41 56 C5 63 56 88 C0?

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