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Das Vorsorgeprinzip klingt gut, ist aber Bullshit

Jetzt gehen sie sogar Spiegel Online auf den Keks – die Standardargumente der Panikmafia:

„Wir sollten nicht warten, bis eine letztgültige Studie erscheint“

„Wir sollten uns lieber der Sicherheit halber irren, ehe es uns später leidtut.“

Man könne nicht wissen, wie sich die Strahlung nach mehreren Jahrzehnten intensiven Telefonierens auswirke, denn dazu gebe es die Handys noch nicht lange genug.

„Die Frage ist, ob man mit seinem Hirn russisches Roulette spielen will“

„Ich weiß nicht, ob Mobiltelefone gefährlich sind. Aber ich weiß auch nicht, ob sie sicher sind.“

Vorsorgeprinzip nennt man das, und es ist in dieser Form Nonsens. Warum? Die Denkfalle steckt in der Annahme, man könne sich unter völliger Unsicherheit über die Auswirkungen des Handelns dennoch so verhalten, dass positive Wirkungen gegenüber negativen bevorzugt würden. Tatsächlich ist das nicht der Fall. Wir wissen nicht endgültig, ob mehrere Jahrzehnte Mobilfunknutzung zu mehr Krebsfällen führen. Wir wissen aber genauso wenig, ob sich über so einen langen Zeitraum nicht vielleicht positive Wirkungen einstellen, die kurzfristig nicht zu beobachten sind. Das Vorsorgeprinzip klingt gut, ist aber Bullshit weiterlesen

Nach fünf Minuten gehackt? Heise will es wissen

Heise Security fragt sich, was eigentlich zu halten sei von der immer wieder kolportierten Behauptung, ein ungepatchtes System am Netz sei nach wenigen Minuten kompromittiert. Am Ende steht eine Wette:

»Und wer’s nicht glaubt: Ich wette einen Kasten Flens, dass man ein Windows XP SP2 ohne weitere Patches in der Default-Konfiguration eine Woche direkt ans Internet hängen kann und da passiert gar nichts. Wer hält dagegen?«

Ich erst mal nicht, aber wir übernehmen gerne unparteiisch und wissenschaftlich das Experiment zu Klärung. Wobei es wohl schlauer wäre, einen Hiwi dranzusetzen, Daten zu sammeln und sich ggf. die Kiste Bier zu holen, falls der Redakteur sich irrt. Wer möchte? Und was sagen die Kollegen aus Mannheim dazu? [Update: das sagen sie dazu. Und hier zweifelt noch einer.]