Schlagwort-Archive: Religion

Quiz

Die Götter der Cybersicherheit zeigen sich zorning. Was tun Sie, um die Götter zu besänftigen?

  1. Ich opfere zwei Accounts und eine App.
  2. Ich twittere meine Sünden und bete ein Internet-Mem.
  3. Ich vollführe wie jede Woche das Passwortritual, natürlich mit Ziffern und Sonderzeichen.

Unter allen Teilnehmern verlose ich Sicherheitshinweise, Expertentipps und Zufallszahlen.

Life of Brian in echt

Aus dem Guardian vom Samstag:

»What he had written off as gobbledygook suddenly turned into something altogether more bizarre: he was being lauded by members of an obscure religious group who had decided that Patel – a food activist who grew up in a corner shop in Golders Green in north-west London – was, in fact, the messiah.«

(I’m not the messiah, says food activist – but his many worshippers do not believe him)

Was macht man mit Leuten, die einen für den Auswerwählten halten wollen?

P.S.: Der unfreiwillige Messias in seinem Blog.

Unterschätzte Risiken: katholische Fundamentalisten

Religiösen Fundamentalismus kennen wir nur aus dem Fernsehen, nicht wahr? Iran, Irak, Talibanistan, Nordirland, Amerika, da gibt es sie, die spinnerten Fundamentalisten. Aber mitten unter uns? Doch, hier auch:

»Ein evangelischer Pfarrer und Liedermacher aus dem Odenwald erhält einem Medienbericht zufolge Drohungen von katholischen „Fundamentalisten“. Der Grund: Er hat ein papstkritisches Lied geschrieben.«

(HR: Wegen Papstkritik: Drohungen gegen evangelischen Pfarrer)

Protestant und den Papst kritisieren, das sind gleich zwei Sünden auf einmal. So unergründlich sind Gottes Wege denn doch nicht, dass man so etwas schulterzuckend hinnehmen könnte.

Unterschätzte Risiken: Religion

Religion kann tödlich sein:

»Eine Zeugin Jehovas ist in einem Krankenhaus in Lich gestorben. Sie hätte dringend eine Bluttransfusion gebraucht, doch das ließ ihr Glaube nicht zu. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft. (…)«

(HR: Glaube verbietet Bluttransfusion: Musste Arzt Zeugin Jehovas sterben lassen?)

Seinem Leben ein Ende zu setzen, steht jedem zu, aber muss man anderen Leuten damit Ärger bereiten? Das ist mindestens unhöflich.

Update: Das scheint eine ganz undurchsichtige Geschichte zu sein.

Angstneurose und Religion

Eine gern gepflegte Angst der Deutschen ist die Angst vor Scientology. Wie jede Angst sollte man auch diese bei Gelegenheit hinterfragen, vielleicht ist sie ja irrational. Das hat Beda M. Stadler auf der Achse des Guten versucht – aus einer atheistischen Position. Seine Schlussfolgerung:

»Wer Scientology verbieten will, muss auch die klassischen Kirchen und sämtliche Sekten abstrafen. Sie alle verfechten merkwürdige Dogmen, nehmen ihre Mitglieder aus, betreiben allerlei Hokuspokus und sind wissenschaftsfeindlich…«

(Die Achse des Guten: Was ist so schlimm an Scientology?)

»Gott ist gefährlich«

Wir lesen weiter Zeitung und stoßen auf eine zweite Risikoanalyse zum Fest. Wieder ist es ein Soziologe, der sich Gedanken macht, diesmal Ulrich Beck in der Zeit. Er analysiert das Konzept Religion und findet darin einen totalitären Kern – ein Risiko für die Gesellschaft. Dieser Gedanke ist nicht neu, aber es schadet nicht, ihn hin und wieder auszusprechen.

Klimaglaube und Medienwirkung

69 Prozent der Deutschen erwarten eine Klimakatastrophe, meldete Spiegel Online im Sommer 2006. Inzwischen dürften es noch einige mehr sein, denn 2007 war das Klima ein Dauerbrenner in den Medien. Ein Musterbeispiel gelungener Risikokommunikation auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse?

Keineswegs. Wie wir aus einer anderen Umfrage wissen, sind 70% der Deutschen religiös. Siebzig Prozent unserer Mitbürger glauben also alles, wenn es nur gut genug verpackt ist. Die Kunst des Verpackens aber haben die Medien so weit perfektioniert, dass es sogar Wissenschaftlern unheimlich wird, die eigentlich keine Angst vor den Medien haben und sich auch schon mal mit der Achse des Guten anlegen.

Was auch immer die Wissenschaft herausfindet oder diskutiert, für die Medien ist es bestenfalls ein Anlass zu eigenen Geschichten. Ganz gleich ob man Katastrophiker, Skeptiker, gleichgültig oder etwas anderes ist, die Mainstream-Medien sind eine ganz schlechte Quelle zur Meinungsbildung. Ob wir tatsächlich ein Problem haben oder nicht und wie sicher oder unsicher die Prognose ist, wird man dort nicht erfahren. Wer eine seriöse Risikoschätzung braucht, muss sich selbst mit den Klimaforschern und ihren Kritikern auseinandersetzen. So viel Zeit muss sein.