Jetzt geben sie alle mit ihren Temperaturen an. Das kann ich auch. Und ich lege noch eins drauf: hier ist es nicht nur kalt, hier werden auch die Schneeballschlachten von der Bereitschaftspolizei aufgelöst. So.

Jetzt geben sie alle mit ihren Temperaturen an. Das kann ich auch. Und ich lege noch eins drauf: hier ist es nicht nur kalt, hier werden auch die Schneeballschlachten von der Bereitschaftspolizei aufgelöst. So.

Während die Redaktion der PseudoScienceBlogs ihren festen Standpunkt in der zum Glaubenskrieg erklärten Helmfrage betont, zeigt uns die gute alte Presse, wie eine rationale Sicherheitsbetrachtung aussieht. FAZ.NET informiert uns sachlich darüber, dass 4,2 Millionen Deutsche regelmäßig Ski fahren, dass sich in der letzten Saison 45.000 verletzt haben und dass 6.500 stationär behandelt werden mussten, die meisten davon wegen anderer Verletzungen. Wir erfahren auch, dass Kopfverletzungen nur zehn Prozent der Verletzungen ausmachen, aber nach Expertenansicht besonders gefährlich sind. Da bleiben noch allerlei Fragen offen, aber die Zahlen gestatten zumindest eine grobe Einordnung des Risikos. Leider geistern auch die 85% Wirksamkeit durch den Artikel, die überall auftauchen, wo es um Helme geht, und von denen wohl keiner mehr weiß, wo sie eigentlich herkommen. Aber die bringt der befragte Experte ins Spiel, dagegen kann ein Journalist wenig tun. Wer brauchbare Informationen sucht, liest also besser weiterhin Zeitung und keine hippe Blogillustrierte.
DNS-Untersuchungen sind aus der Kriminalistik nicht mehr wegzudenken. Sie sind nützlich, denn sie helfen dabei, Spuren auszuwerten, die Täter nur schwer vermeiden können. Kein Zellmaterial an einem Tatort zu hinterlassen, ist schwer. Hinzu kommt die – theoretisch – hohe Aussagekraft des Spurenvergleichs, eines standardisierten Verfahrens mit geringer inhärenter Fehlerquote. Davon darf man sich allerdings nicht verführen lassen, dem Verfahren blind zu trauen. Auch DNS-Untersuchungen bieten keine Garantie der Fehlerfreiheit:
»Although best known for clearing the wrongfully convicted, DNA evidence has linked innocent people to crimes. In the lab, it can be contaminated or mislabeled; samples can be switched. In the courtroom, its significance has been overstated by lawyers or misunderstood by jurors.«
(The Risks Digest Volume 25, Issue 50:
The danger of DNA: It isn’t foolproof forensics (Dolan/Felch))
Die tatsächliche Fehlerrate im praktischen Einsatz dürfte deutlich höher liegen als die theoretische des Abgleichs. Dazu kommen mögliche Fehler an anderen Stellen, etwa in der Zuordnung von Spuren zur Tat. Nicht alles, was man an einem Tatort findet, hat auch mit der untersuchten Tat zu tun. Das gilt erst recht für Hautschuppen, Haare oder Zigarettenkippen mit Speichelresten, die auf alle möglichen Arten an einen Tatort geelangt sein können.
Ein Problem kann aus überschätzten DNS-Untersuchungen werden, wenn man damit in großen Grundmengen nach Tätern sucht, über die man sonst wenig weiß. Also bei Massengentests zum Beispiel, oder auch beim Einsatz großer DNS-Datenbanken. Ein Treffer in einer solchen Untersuchung kann weitere Ermittlungen rechtfertigen, aber er darf alleine nicht für eine Verurteilung genügen.
Ergänzung 2008-01-15: Im Fall des Passauer Polizeichefs Mannichl zum Beispiel tappt die Polizei immer noch im Dunkeln – und sammelt in ihrer Verzeiflung rund um den Tatort Zigarettenkippen. Dabei weiß man vermutlich nicht einmal, ob der Täter überhaupt raucht.
Kann Wasser einen Brand auslösen? Offenbar ja, und dazu muss keine Hollywood-tauglichen Chemikalie im Spiel sein, die bei Nässe explodieren würde, gäbe es nicht den Action-Helden, der die Katastrophe im letzten Moment verhindert und danach mit einer gutaussehenden Dame in den Abspann reitet:
»Ein Wasserrohrbruch war die Ursache für ein Feuer in der Küche des Schlosses Braunshardt in Weiterstadt. Das Wasser hatte am Sonntagnachmittag einen Kurzschluss ausgelöst, teilte die Polizei am Montag mit.«
(HR Online: Rohrbruch löst Küchenbrand aus)

Bloggen kann man einfach so. Auf einem eigenen (Miet-)Server zum Beispiel, oder bei einem Dienst wie wordpress.com oder Blogger.com. Das gehört so, denn das Internet ermöglicht die mittlerfreie Kommunikation. Vielleicht erzwingt es sie sogar. Jedenfalls kann ziemlicher Mist rauskommen, wenn jemand versucht, die klassische Rolle des Mediums im Netz zu übernehmen und mit den hier üblichen Kommunikationsformen zu verbinden. Das demonstriert gerade die Randgruppenblogplattform scienceblogs.de.
Oberflächlich betrachtet ist daran nichts auszusetzen, ja man könnte den Ansatz sogar für einen guten halten: handverlesene Wissenschaftler und Wissenschaftsjournalisten bloggen gemeinsam unter einem Dach. Die Inhalte bleiben den Bloggern überlassen, zur Qualitätssicherung dient einzig die Auswahl der Blogger durch eine Art Redaktion. Ansonsten beschränkt sich der Betreiber darauf, die Site am Laufen zu halten, also auf das, was auch bei wordpress.com und Blogger.com das Kerngeschäft ist. Unterschätzte Risiken: Medien weiterlesen