Wie schön, Powerpoint kann neuerdings auch durchstreichen, aber nicht in alten Dateien.
In einem Wort
8 Regeln für den totalen Stillstand in Unternehmen
Angst vorm Risiko
Cora Stephan liest uns die Leviten:
»Überall Warnungen, Ratschläge: Wer hierzulande Radio hört, muss glauben, in Deutschland wohnten nur Muttersöhnchen. Das ist fatal.«
(Welt Online: Das Risiko ist zum Inbegriff des Schreckens geworden)
Recht hat sie. Risiko ist nichts, wovor man Angst haben müsste, Risiko ist einfach Ungewissheit über die Zukunft, die sich kaum vermeiden lässt. Quantifizierte und analysierte Ungewissheit, um genau zu sein, also das Maximum an Prophezeiung, zu dem wir anhand der vorliegenden Daten in der Lage sind. Vermeiden können wir Risiken nicht, wir können uns nur darauf vorbereiten. Woraus einem interessierte Antagonisten allerdings manchmal einen Strick zu drehen versuchen, wie etwa im Falle von Stuttgart 21, wo die Gegner eine umfangreiche Analyse der Projektrisiken zu einem Kritikpunkt umdeutete. Dabei sind Projektrisiken unvermeidlich und ihre systematische Behandlung Teil jedes Projektmanagements.
In einem Wort
Why You Should Avoid the Door Zone
The American Way of Electronic Signatures
An electronic signature is not what security nerds think it is, or think it should be. This is a valid implementation of electronic signatures:
»Instead, you sign a piece of paper and hold it up to your iSight/Facetime camera while Preview snaps a photo. It’ll then detect the signature and allow you to add it to your document. To do this, just open the PDF document you want to sign, click “Annotate” in the toolbar if the annotations bar isn’t already showing, and then click the Signature drop-down menu.«
(Lifehacker via Timyeo’s Blog)
If people are happy with it, as they surely will as Apple made it, what exactly are the problems that we are trying to solve with all our cryptography?
In einem Wort
Quicksort
In einem Wort
Hire the hackers!
Kleine Datenschutztheaterlinksammlung
In den Kreisen der Spackeria macht die Wortschöpfung Datenschutztheater die Runde. Bereits vor knapp einem Jahr prägteverwendete Ed Felten die englische Entsprechung Privacy Theater, die ungefähr dasselbe bezeichnet, nur ohne den deutschen Bürokratie- und Beauftragtenoverhead. Google findet noch ein paar frühere Verwendungen. Isotopp beleuchtet schon seit längerer Zeit immer wieder Beispiele, zuletzt das Opt-Out für WLAN-Accesspoints und die amtlich datenschutzkonforme Verwendungsweise von Google Analytics. Zeit für einen Paradigmenwechsel im organisierten Datenschutz.
28C3: CFP for 28th Chaos Communication Congress
Und noch ein CfP:
The Chaos Communication Congress the annual four-day conference organized by the Chaos Computer Club (CCC) in Berlin, Germany. First held in 1984, it has since established itself as “The European Hacker Conference” attracting a diverse audience of thousands of hackers, scientists, artists, and utopists from all around the world.
(…)
The deadline for submission is October 11th, 2011 Midnight (23:59) UTC. Notification of acceptance will be sent by e-mail on November 20th, 2011 the latest. However, you may very well get your notification earlier than that if needed.
– October 11th, 2011 (Midnight UTC) Submission due
– November 20th, 2011 (Midnight UTC) Final notification of acceptance (or earlier)
– December 27th – 30th, 2011 Chaos Communication Congress
GI SICHERHEIT 2012
Deadline für Beiträge ist der 24. Oktober 2011. Details unter http://sicherheit2012.cased.de/.
GI SICHERHEIT 2012 Sicherheit – Schutz und Zuverlässigkeit
Fachtagung vom 5. – 7. März 2012
Kongresszentrum darmstadtium
Schlossgraben 1, 64283 DarmstadtDie Sicherheit 2012 ist die regelmäßig stattfindende Fachtagung des Fachbereichs ”Sicherheit – Schutz und Zuverlässigkeit” der Gesellschaft für Informatik e.V. Sie bietet einem Publikum aus Forschung, Entwicklung und Anwendung ein Forum zur Diskussion von Herausforderungen, Trends, Techniken und neuesten wissenschaftlichen und industriellen Ergebnissen. (…)
In einem Wort
Trust Center
Nach dem Vorfall bei Diginotar − Unbekannte haben sich mehrere von Diginotar ausgestellte SSL-Zertifikate verschafft, und eines davon blieb längere Zeit unbemerkt gültig − schimpfen viele über das Geschäft der Zertifikatsaussteller und deren vorinstallierte CA-Zertifikate in Webbrowsern. Es ist einfach, Dinge für kaputt zu erklären, aber damit verbessert man nicht unbedingt die Welt. CAs heißen auch Trust Center. Das ist die bessere Bezeichnung, denn mit einem realistischen Vertrauensbegriff ergibt alles einen Sinn.
Vertrauen ist ein Vorurteil zur Reduktion sozialer Komplexität, eine Erwartung an das Verhalten anderer, die erfüllt oder auch entäuscht werden kann. Ob online oder im Alltag, ich könnte vor jeder Interaktion mit anderen gründlich prüfen, mit wem ich es zu tun habe, und Vorsichtsmaßnahmen gegen das Scheitern ergreifen. Das wäre aber aufwändig, vor allem Im Verhältnis zur Größe und Häufigkeit von Alltagsgeschäften wie dem Kauf eines belegten Brötchens oder dem Aufbau einer SSL-Verbindung. Also lasse ich die Vorsichtsmaßnahmen weg und ersetze sie durch Vertrauen.
Unbekannte ohne Interaktionshistorie bekommen ein Basisniveau an Vertrauen zugeordnet, das begrenzt ist: einem Fremden im Park werde ich gerne drei Jonglierbälle im Wert von ca. 20 Euro borgen, nicht aber mein Fahrrad. Wiederholte erfolgreiche Interaktion lässt das Vertrauen wachsen. Wer ein paarmal im Park mit mir jongliert und meine Bälle nicht an Hunde verfüttert hat, bekommt unter Umständen höhere Werte anvertraut. Ich verborge auch mein Fahrrad, nur nicht an jeden. Enttäuschtes Vertrauen wird unmittelbar zerstört, wenn die Enttäuschung bemerkt wird. Es kann danach dauerhaft zerstört bleiben oder erneut aufgebaut werden, möglicherweise von einem niedrigeren Startniveau als bei Unbekannten.
Vertrauen lässt sich böswillig ausnutzen. Dazu muss sich der Angreifer lediglich anders verhalten als sein Opfer es erwartet und dabei im Verfügungsrahmen des ihm entgegengebrachten Vertrauens bleiben. Ein unseriöser Spendensammler auf der Straße nutzt das Basisvertrauen gegenüber Unbekannten, während ein Anlagebetrüger oft bewusst Vertrauenspflege betreibt, um größere Summen anvertraut zu bekommen. Solche Vertrauensbrüche sind verboten und werden verfolgt. Unsere Gesellschaft hält Vertrauen für so nützlich, dass sie seine böswillige Ausnutzung bestraft. Auf diese Weise erleichtert sie uns das Vertrauen ineinander und damit die soziale und ökonomische Interaktion.
Analoge Vorgänge beobachten wir im Zusammenhang mit Diginotar und anderen SSL-CAs. Den vorinstallierten CAs zu vertrauen, erleichtert unseren Alltag. Unser Vertrauen bleibt begrenzt, Bankgeschäfte zum Beispiel mit ihrem vergleichsweise hohen Verlustpotenzial stützen sich nicht alleine auf SSL, sondern verwenden weitere Mechanismen. Das Vertrauen in Diginotar ist aufgrund des Vorfalls nun zerstört. Vasco als Mutterfirma hat die Wahl, die Investition abzuschreiben oder neues Vertrauen aufzubauen, vorzugsweise unter neuem Namen, um scheinbar unbelastet beim Basisniveau anfangen zu können.
Das einzige gefährliche Trugbild, das ich hier sehe, ist die falsche Perfektionserwartung, die aus vermeintlichen Sicherheitsversprechen folgt. Browser mit vorinstallierten CA-Zertifikaten geben kein Sicherheitsversprechen, sondern sie ermöglichen Vertrauen, nicht mehr und nicht weniger. Wer an der Verwendung von CA-Zertifikaten wirklich etwas verbessern möchte, der sollte daran arbeiten, Vertrauensbrüche schnell und verlässlich erkennbar zu machen. Das halte ich für das eigentliche Problem: ich bekomme nur zufällig und unsystematisch mit, wie sich eine CA verhält.
(Das war zuerst ein Kommentar auf Google+, passt aber besser hier ins Blog.)
In einem Wort
In einem Wort
Verschlossen / Closed
In einem Wort
Viel Lärm um fast nichts
Was fühlen wir uns alle verfolgt, wenn wir nach Amerika reisen, raunt es doch überall, man werde dort unsere Latops an der Grenze untersuchen und unsere Daten kopieren. Plausibel war diese Bedrohung nie, denn es gab kaum belegte Fälle. Seth Schoen bestätigt diesen Eindruck nun mit konkreten Zahlen:
»Zwischen Oktober 2008 und Juni 2010 soll es nur 6.500 Durchsuchungen dieser Art gegeben haben. Das waren etwa zehn pro Tag, die sich auf 327 Grenzübergänge verteilten. Die Hälfte der Durchsuchungen betraf dabei US-Bürger, es ist also kein alleiniges Problem für Auswärtige.«
Warum der Golem-Artikel erst mal langatmig hirnverbrannte Tipps gibt, wie man gegen die Nichtbedrohung entgehen könne, bevor er endlich zur Nachricht kommt, weiß nur die Redaktion. Schrieb’s ein Quereinsteiger mit mehr Ahnung von IT als von Journalismus? Konnte jemand nicht aus seiner Haut und musste seine Vorurteile deswegen über die Fakten siegen lassen? Handelt es sich um einen schweren Fall von Service? Oder war die Wahrheit einfach nicht sexy genug? Die rhetorische Frage über dem Golem-Artikel – Wie man die US-Grenze mit seinen Daten überschreitet – hat für alle praktischen Belange eine einfache Antwort: nicht anders als mit einem Taschenbuch, einem Faltrad oder einer Badehose im Gepäck.
(Dank an Tim K für den Link zum Artikel)
In einem Wort
Angstlust
»Ängste sind für Journalisten etwas Grenzerotisches. Über Ängste zu berichten, sie zu schüren, mit ihnen zu spielen, ist die Verlockung dieses aufmerksamkeitsheischenden Berufes, weil Leser oder Zuschauer viel über Dinge erfahren wollen, die ihnen Angst machen.«
(sueddeutsche.de: Todesfalle, Sexfalle, Hirnfalle)
