Unterschätzte Risiken: Copyright

Matt Blaze hat die Nase voll von Open-Access-Verhinderern:

»So from now on, I’m adopting my own copyright policies. In a perfect world, I’d simply refuse to publish in IEEE or ACM venues, but that stance is complicated by my obligations to my student co-authors, who need a wide range of publishing options if they are to succeed in their budding careers. So instead, I will no longer serve as a program chair, program committee member, editorial board member, referee or reviewer for any conference or journal that does not make its papers freely available on the web or at least allow authors to do so themselves.«

(Matt Blaze: Shaking Down Science)

Jana Nix erklärt Nerds und träumt von einer besseren Welt für sie:

»Nerds haben nie einen IQ unter 100. Sind also immer mehr als Mittelmaß. Vielmehr. Schon Archimedes soll erschlagen worden sein, weil er seine Gedankenwelt nicht gestört haben wollte und missverstanden wurde.«

(Science@Stage: Mittelmaß tötet!)

Und was machen wir nun mit dem Mittelmäßlern, wenn sie nerven?

Positiv denken

Grandios! Gideon Böss fordert auf der Achse des Guten den Friedensnobelpreis für Stuxnet:

»Wenn jemand es verdient hat, den (nächsten) Friedensnobelpreis zu bekommen, dann ja wohl Stuxnet! Dieser geniale Computervirus, der das iranische Atomprogramm mindestens empfindlich gestört, wenn nicht gar gestoppt hat. Die Anlagen, in denen die Mullahs ihre Bombe bauen wollten, sind aktuell kaum betriebsfähig. Im Grunde sind es Ruinen, ohne dass sie durch Bomben zerstört wurden. Kein Mensch wurde bei diesem vernichtenden Angriff getötet oder auch nur verletzt.«

(Die Achse des Guten: Friedensnobelpreis für Stuxnet)

Als Bedrohung für die IT-Sicherheit ist Stuxnet übrigens irrelevant. Wer keinen fähigen Geheimdienst zum Gegner hat, muss wenig befürchten. Und wessen Angreifermodell solche Geheimdienste umfasst, der hat mit dem gängigen Security-Spielkram sowieso keine Chance. Unser Business ist eine Farce.

P.S.: Neusprech.org und das Sprachlog beschäftigen sich gerade mit Cyberwar als Cyberwort.

Unterschätzte Risiken: Ahnungsloses Parolenrecycling

»Wahltag ist Zahltag,« plakatierten Parteien am äußersten rechten Rand des legalen politischen Spektrums jahrelang, um sich Unzufriedenen als Wahlalternative anzudienen. Das dürfte eigentlich niemandem entgangen sein, der einmal mit offenen Augen durch die Welt gelaufen ist. Oder durchs Internet.

Nach aktuellen Medienberichten plappern die Stuttgarter Bahnhofsprotestler diese Parole nun nach. Damit machen sie ihren seit je seltsamen Widerstand zum nationalen Widerstand und verabschieden sich, ob gewollt oder nicht, endgültig aus der Arena des konstruktiven Diskurses. Wir können das Thema abhaken, es gibt keinen ernstzunehmenden Protest mehr gegen Stuttgart 21.

Semantikgewirr

Isotopp machte sich neulich Gedanken darüber, was es mit dem Frienden und Liken wirklich auf sich hat. So genau möchte das mancher aber vielleicht gar nicht wissen, denn mit Begriffsverwirrung lässt sich trefflich Stimmung machen. Wo der eine einen Button klickt, um einen Nachrichtenstrom zu abonnieren, nimmt der andere die Beschriftung des Buttons beim Wort und konstruiert in der politischen Auseinandersetzung einen Vorwurf daraus.