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#WirHabenJaSonstNichtsZuTun

Wo sind eigentlich die ganzen Schlaumeier geblieben, die bei jeder Videokamera einen Generalverdacht wittern und der automatischen Gesichtserkennung Untauglichkeit zur Fahndung nach Terroristen vorwerfen, weil sie unvermeidlich mehr falsche als wirkliche Terroristen melde?

Gegenwärtig reden wir über Ausgangssperren zur Bekämpfung eines Virus, das einen Bevölkerungsanteil in der Größenordnung von einem Promille befallen hat. Ein Corona-Soforttest mit hoher Falsch-Positiv-Rate fände vermutlich breite Akzeptanz, wenn man mit seiner Hilfe eine knappe Mehrheit – oder vielleicht sogar eine genügend große Minderheit – der Bevölkerung von Einschränkungen befreien könnte.

Von welchen Axiomen muss man ausgehen und welche Unterschiede zwischen beiden Szenarien berücksichtigen, um mit einem logisch konsistenten Weltbild eine automatische Fahndung wegen begrenzter Zuverlässigkeit abzulehnen, erhebliche Einschränkungen des öffentlichen Lebens und der persönlichen Freiheit zur Virusbekämpfung hingegen zu befürworten?

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#WirHabenJaSonstNichtsZuTun regt zum Zeitvertreib Grundsatzdiskussionen an

Tarnschminke

Ähnliche Probleme führen zu ähnlichen Lösungen. Wer gedient hat, kennt das: bevor es raus geht in die Natur, malt man sich oliv-braun-schwarze Flecken ins Gesicht. Das dient der Tarnung, denn in seiner natürlichen Färbung fällt es im Wald leicht auf. Zivilisten haben inzwischen an anderer Stelle ein ähnliches Problem, sie werden überall gefilmt. Nicht gegen das Filmen an sich, aber gegen eine nachfolgende Gesichtserkennung können sie sich vielleicht schützen – mit Tarnschminke. Wie das geht, untersucht Adam Harvey. (via Surveillance Studies)