Archiv der Kategorie: So geht das

Mehr Sicherheitsgefühl durch Terrorwarnungen

Der Bundesinnenminister hat seinen Schopenhauer gelesen und verstanden:

»De Maizière betonte, nach seinem öffentlichen Gefahrenhinweis hätten Umfragen gezeigt, dass sich viele Bürger sicherer gefühlt haben als vorher.«

(Spiegel Online: Innenminister de Maizière: „Schöner Sieg über psychologische Kriegführung der Terroristen“)

Wenn uns jetzt noch Rösler vor einer Epidemie, Ramsauer vor Verkehrsunfällen und Aigner vor dem Internet warnt, gehen wir völlig unbesorgt aus dem Haus.

Mehr Weihnachtsgeld im Niedriglohnsektor

So bessern Sie Ihr Gehalt auf, wenn Sie im Niedriglohnsektor tätig sind:

  1. Suchen Sie Arbeit im Einzelhandel, zum Beispiel in einem Supermarkt. Dort sind sie in guter Gesellschaft.
  2. Machen Sie Ihre Arbeit eine Weile ordentlich. Das schafft Vertrauen, und Vertrauen ist die Grundlage aller krummen Dinger.
  3. Suchen Sie Komplizen. Der junge Kollege zum Beispiel, der gerade seine Lehre abgeschlossen hat, für den sind Sie eine Respektperson. Wenn Sie’s richtig einfädeln, wird er ihnen helfen, ohne einen Anteil zu verlangen.
  4. Ihr Platz ist die Kasse, denn dort ist das Geld. Leider gehört es Ihnen nicht und das können Sie nicht ändern. Das macht aber nichts. Es soll Ihnen nicht gehören, sie wollen es nur haben.
  5. Warten Sie, bis Sie mit einem Kunden alleine sind und keiner in der Nähe steht. Das ist nicht einfach, kommt am Samstagabend in der Kleinstadt aber doch hin und wieder vor.
  6. Verhalten Sie sich völlig normal und tun Sie Ihre Arbeit. Ziehen Sie Waren und Pfandbons über den Scanner. Machen Sie sich dabei innerlich bereit für die Entscheidung (und darauf, nicht enttäuscht zu sein, wenn es wieder mal nicht klappt.)
  7. Kleiner Einkauf, mittelgroßer Geldschein? Das ist Ihre Gelegenheit. Nehmen Sie den 50-Euro-Schein entgegen und legen Sie ihn in die Kasse. Jetzt brauchen Sie nur noch ein wenig Glück. Lässt Sie der Kunde kurz unbeobachtet, weil er Ihnen vertraut und gerade mit Einpacken beschäftigt ist?
  8. Lassen Sie den Schein in Ihrer Kasse verschwinden und dann geben Sie ungerührt auf 20 Euro heraus. Die 20 Euro, die Sie auch in die Kasse eingetippt haben. Wenn der Kunde protestiert, verweisen Sie auf den Bildschirm. Hätten Sie 20 Euro eingetippt, wenn er Ihnen 50 gegeben hätte? Natürlich nicht.
  9. Falls der Kunde insistiert, rufen Sie Ihren Komplizen zu Hilfe. Drücken Sie ihm ihre Kassenlade in die Hand und schicken Sie ihn nach hinten zum „Kassensturz“. Was er im Hinterzimmer wirklich tut, ist egal, das sieht ja keiner.
  10. Sorgen Sie dafür, dass Sie nach einigen Minuten einen Anruf erhalten. Wenden Sie sich danach dem auf sein Wechselgeld wartenden Kunden zu und erklären Sie ihm, er müsse sich wohl geirrt haben, die Kasse weise keinen Mehrbetrag auf. Dass das nur unter willkürlichen Annahmen eine relevante Information ist, sagen Sie nicht.
  11. (optional) Sorgen Sie dafür, dass der zurückkehrende Komplize diese Aussage gegenüber dem Kunden bekräftigt. Jetzt sind Sie in der Überzahl. Zwar haben Sie genau gar kein valides Argument hervorgebracht, aber Ihr Opfer kann ja auch nichts beweisen.
  12. Jetzt müssen Sie nur noch auf ihrem Standpunkt beharren. Notfalls drohen Sie Ihrem Opfer mit der Polizei und erteilen ihm Hausverbot.

Und ich warte jetzt erst einmal ab, was das Einzelhandelsunternehmen dazu sagt. Vielleicht kennt man diese dreiste Masche dort ja schon länger.

-=#=-

Frühere Beiträge aus dieser Reihe:

Wenn’s am Ausgang piept

Samstags beim Shopping. Die überlastete Fachkraft an der Kasse hat eine Diebstahlsicherung übersehen. Als Sie das Geschäft verlassen, geht der Alarm los. Was nun? Sich vor aller Augen dem Türsteher unterwerfen? Das kommt überhaupt nicht in Frage! So werden Sie lästige Kontrolleure los, ohne sich in die Einkaufstüten schauen zu lassen:

  1. Fühlen Sie sich zu nichts verpflichtet. Wenn es am Ausgang piept, dann bedeutet das nur eines: dass es am Ausgang piept. Es bedeutet nicht, dass Sie einen Schreck kriegen, stehenbleiben oder Ihre Unschuld beweisen müssen.
  2. Seien Sie selbstbewusst. Sie haben gerade ein Geschäft mit dem Ladeninhaber erfolgreich zum Abschluss gebracht, das im beiderseitigen Interesse liegt. So möchten Sie auch behandelt werden, als Geschäftspartner.
  3. Kommunizieren Sie. Dem Türsteher bleibt nichts anderes übrig, als Ihnen auf die Straße zu folgen und Sie anzusprechen. Selbstverständlich hören Sie sich erst einmal ruhig an, was der Mann zu sagen hat. Er wird Sie auffordern, mit ihm zurück in den Laden zu gehen, um die Sache dort zu klären. Darauf antworten Sie ebenso ruhig, wie Sie zugehört haben, mit einem einfachen: „Nein.” Dann schauen Sie ihn fragend an. Wenn’s am Ausgang piept weiterlesen

So bessern Sie Ihre Urlaubskasse auf

Urlaub ist ein teures Vergnügen, gerade jetzt in der Hauptsaison. Ist die Reisekasse leer, muss Nachschub her. Aus ehrlicher Arbeit kann er freilich nicht kommen, wer will schon im Urlaub arbeiten. So geht es ohne Arbeit:

  1. Suchen Sie sich einen geeigneten Ort. Dieser hier zum Beispiel ist ideal: ein recht schmaler Strand, dahinter gleich die Küstenstraße und jenseits dieser Straße Häuser und Seitenstraßen. Warum das alles gut ist, werden wir gleich sehen.
  2. Seien Sie kein Neger. Der durchschnittliche Urlauber ist genauso rassistisch wie unsere Zöllner von neulich. Vorm Neger hat man in Europa immer noch Angst, oder man traut ihm jedenfalls nicht. So bessern Sie Ihre Urlaubskasse auf weiterlesen

Ihr Weg durch den Zoll

Wenn Sie nach einer Flugreise aus einem Drittland nach Deutschland zurückkehren, haben Sie die Wahl zwischen zwei Ausgängen: Den grünen Ausgang benutzen Sie dann, wenn Sie Waren für den persönlichen Bedarf innerhalb der Reisefreimengen mitbringen; den roten, wenn Sie darüber hinausgehende Waren anzumelden haben. Mit Ihrer Wahl geben Sie eine Steueranmeldung ab. Wenn Sie den grünen Ausgang benutzen, können Sie in der Regel ungehindert passieren. Allerdings wird auch dort das Gepäck stichprobenweise geprüft. Sollten abgabenpflichtige Waren gefunden werden, behandelt der Zoll diese als geschmuggelte Ware (Steuerhinterziehung).

Damit das nicht passiert, beachten Sie bitte die folgenden Hinweise: Ihr Weg durch den Zoll weiterlesen