Archiv der Kategorie: Studien

Unterschätzte Risiken: Heiterkeit

Jauchzet, frohlocket? Besser erst mal den Hausarzt konsultieren. Das Nutzen-Risiko-Verhältnis beim Lachen ist unübersichtlich, wie eine in der Weihnachtsausgabe des BMJ veröffentlichte Literaturauswertung zeigt. Die Autoren fassen zusammen:

»However, laughter is no joke—dangers include syncope, cardiac and oesophageal rupture, and protrusion of abdominal hernias (from side splitting laughter or laughing fit to burst), asthma attacks, interlobular emphysema, cataplexy, headaches, jaw dislocation, and stress incontinence (from laughing like a drain). Infectious laughter can disseminate real infection, which is potentially preventable by laughing up your sleeve.«

(R.E. Ferner; J.K. Aronson:
Laughter and MIRTH (Methodical Investigation of Risibility, Therapeutic and Harmful): narrative synthesis)

(via)

Mandatory Helmet Laws Reduce … Theft

What happens when a government enacts and enforces a mandatory helmet law for motorcycle riders? According to criminologists, a reduction in motorbike theft follows. The 1989 study Motorcycle Theft, Helmet Legislation and Displacement by Mayhew et al. (paywalled, see Wikpedia summary) demonstrated this effect empirically looking at crime figures from Germany, where not wearing a helmet on a motorcycle is being fined since 1980. This lead to a 60% drop in motorcycle theft – interestingly, with limited compensation by increases in other types of vehicle theft.

The plausible explanation: motorcycle thieves incur higher risk of being caught when riding without a helmet after a spontaneous, opportunistic theft. Adaptation is possible but costly and risky, too: looking for loot with a helmet in one’s hand is more conspicious, and preparing specifically to steal bicycles reduces flexibility and narrows the range of possible targets.

Internetkriminalität in Spanien

Das Spanische Instituto Nacional de Tecnologías de la Comunicación (INTECO) hat eine Studie zur Internetkriminalität veröffentlicht. Eine Zusammenfassung erschien am 27.2. in El País. Danach haben 3,8% der spanischen Internetnutzer (920.000 von 23,4 Millionen) schon einmal einen Schaden erlitten; in fast der Hälfte (44,5%) der Fälle lag er unter 100 Euro, in 75% der Fälle unter 400 Euro.

Bemerkte Betrugsversuche ändern das Verhalten der Nutzer in der Regel nicht, weder im E-Kommerz noch im Online-Banking. Sechs von zehn Nutzern haben Vertrauen ins Online-Banking.

Interessant ist die Methodik hinter der Studie. Offenbar versucht das INTECO mit dem Panel eConfianza eine Art Mikrozensus unter den Internet-Nutzern. Dafür hat man die Software iScan entwickelt, die auf den PCs der Panelisten nach Schadsoftware sucht – und in 56,2% der Fälle fündig wurde. Ist die Auswahl repräsentativ, so müssen wir also davon ausgehen, dass die Hälfte der privaten PCs (in Spanien) Malware an Bord hat.

[Vocabulario:

Spione und Nähkästchen

Das schöne am digitalen Diebstahl ist ja, es fehlt den betroffenen nix. Wenn aber in die Firma analog eingebrochen wird und die Diebe ignorieren offensichtliche Wertgegenstände wie Bildschirme,  dann war’s vielleicht ein Datendieb.  Woran man einen Griff in die Datenkasse des eigenen Unternehmens bemerken kann, erzählt Wilfried-Erich Kartden von der Spionageabwehr  des Innenministeriums von NRW in der aktuellen IT-Sicherheit. Im Wikipedia-Stil trennt er erstmal zwischen Wirtschaftsspionage (staatliche Aktivitäten) und Konkurrenz-/Industriespionage (Spionage durch Unternehmen). Nach einem Exkurs über korrupte Übersetzer, Bauarbeitern mit WLAN-Routern und Keylogger-Funde kommt die Existenzberechtigungsstatistik von Corporate Trust (2007): 35,1 Prozent der deutscheun Unternehmen glauben, sie seien schon Opfer von Wirtschaftsspionage geworden. 64,4 Prozent hätten auch einen finanziellen Schaden zu verzeichnen. Die Schäden reichen von 10.000 bis 1 Millionen und das Wichtigste – die Schadensfälle steigen – laut Umfrage um 10 Prozent pro Jahr.  Sagt alles wenig aus, hört sich aber gut an.

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Alles, was hinkt

Heise zitiert Hartmut Isselhorst, Leiter der BSI-Abteilung „Sicherheit in Anwendungen, kritischen Infrastrukturen und in Netzen“, zur Veröffentlichung des BSI-Lageberichts zur IT-Sicherheit:

»In der IT seien in Analogie zur Straßenverkehrsordnung nicht nur Sicherheitsgurte, sondern auch eine regelmäßige technische Überwachung nötig. Wer dazu selbst nicht in der Lage sei, könne zum Beispiel einen Sohn damit beauftragen.«

(Heise:
BSI-Lagebericht: IT braucht Sicherheitsgurte und TÜV)

Und jetzt überlegen wir alle zusammen, an welcher Stelle die Analogie zusammenbricht. Tipp: es sind zwei Sätze und wenn ich Mutti eine Plakette aufs Nummernschild ihrer roten Rennsemmel klebe, gültet das nicht.

Radfahren ist ja sooo gefährlich

Woher kommt die gern nachgeplapperte Behauptung, Radfahren sei besonders gefährlich? Unter anderem von Leuten, die es besser wissen müssten. Das zeigt uns Ben Goldacre im Guardian sowie in seinem Blog Bad Science. Ihm ist eine Pressemeldung in die Hände gefallen, die einen dramatischen Anstieg der Fahrradunfälle behauptet. Diese Behauptung ist vorurteilskompatibel, aber völliger Blödsinn, wie er nachvollziehbar zeigt. Quelle der Desinformation: ein Versicherungsunternehmen.

Privatsphäre in sozialen Netzen

Klingt wie ein Widerspruch, ist aber keiner: wer in sozialen Netzen Informationen über sich preisgibt, verzichtet damit noch lange nicht auf Datenschutz, Privatsphäre und informationelle Selbstbestimmung. Theoretisch jedenfalls, denn in der Theorie steht jedem die Kontrolle über die Verwendung seiner personenbezogenen Daten zu. Wieviel Kontrolle man jedoch als Nutzer in der Praxis behält, hängt davon ab, welche Möglichkeiten die verwendeten Plattformen bieten.

Unser Kollege Andreas Poller hat sich genau mit dieser Frage beschäftigt. Herausgekommen ist eine Studie, die Mechanismen zum Schutz der Privatsphäre in sieben Plattformen für soziale Netze untersucht. Angeschaut hat er sich die größten und bekanntesten Plattformen: myspace, facebook, studiVZ, wer-kennt-wen, lokalisten, XING und LinkedIn. Alle Kriterien und Ergebnisse sowie praktische Tipps für Nutzer gibt es hier:

Andreas Poller, Privatsphärenschutz in Soziale-Netzwerke-Plattformen, 124 Seiten.

Update 2008-09-27: Einige Blogreaktionen gibt es inzwischen auch, etwa bei Bräkling.de (sorry für die Linking Policy, die hat die Zentrale verbrochen), bei den Blogpiloten,in DOBSZAY’s Ansichten und Einsichten sowie im roloblog. Die vielen Hinweise auf die Golem– und Heise-Artikel und Weiterverbreitungen der Pressemitteilung zähle ich nicht einzeln auf, das kann Google besser.

Wirken Fallschirme? Ja. Ist es wissenschaftlich nachgewiesen? Ähh …

Dass ich Cargo-Kult-Wissenschaft für blöd halte, habe ich schonmal geschrieben. Wenn man blind Ritualen folgt, arbeitet man gerade nicht wissenschaftlich, und den Plinsen, die über die Zulässigkeit von Enzyklopädie-Zitaten debattieren, fehlt es offensichtlich an bedeutenderen und interessanteren Fragen. Tatsächlich ist völlig schnuppe, was man zitiert, denn zu den grundlegenden Werkzeugen eines Wissenschaftlers gehört die Quellen- und Methodenkritik. Nichts, gar nichts darf man blind zitieren oder anwenden. Wenn man aber erst beginnt, über Quellen und Methoden nachzudenken, dann ist fast alles erlaubt. Man muss sich nur eben Klarheit verschaffen über die Aussagekraft und wird, wenn man dies ehrlich tut, häufig Enttäuschungen erleben, bei Wikipedia-Artikeln wie bei kollegenbegutachteten Publikationen gleichermaßen.

Cargo-Kult funktioniert auf jedem Gebiet, das sich einen weithin akzeptierten Satz an Methoden geschaffen hat. Wer sich dieser Methoden bedient, ist im Hinblick auf Veröffentlichungen und die Meinung der Kollegen erst mal auf der sicheren Seite. Dennoch kann Unsinn herauskommen, den man nur mit gründlicher Methodenkritik erkennt. Das demonstriert ein Artikel von G.C.S. Smith und J.P. Pell, der 2003  in der medizinischen Fachzeitschrift BMJ erschien. Die Autoren folgen streng den Regeln der evidenzbasierten Medizin und suchen in einer Metastudie nach randomisierten, kontrollierten Studien, die sie nicht finden. Wofür? Für die Wirkung von Fallschirmen. Mit trockenem Humor stellen sie fest, dass die Wirksamkeit von Fallschirmen nach dem strengen angelegten Maßstab nicht nachgewiesen sei.

Gefunden habe ich die Geschichte bei Overcoming Bias, wo ein Leser ergänzt: »Even worse, parachutes encourage dangerous behavior (jumping out of airplanes). They should be banned immediately.« Fürwahr ein lehrreiches Beispiel.

Neues aus der Helmforschung

Angeregt durch eine neuerliche Debatte um den Wert des Attributs kollegenbegutachtet als Argument in einer Diskussion bin ich dem Rat von Ludmila „Tragt einfach den Helm“ Carone gefolgt und habe, statt selbst Argumente zu wälzen, einfach gegoogelt. Natürlich wissenschaftlich korrekt mit Google Scholar. Es folgen einige Funde, die selbstverständlich kein ausgewogenes Bild abgeben. Um Glaubenssätze und Konsensbehauptungen zu erschüttern, genügen sie allemal.

Statt eines Helms kann man auch bunte Klamotten tragen, um seine Sicherheit zu erhöhen:

»After adjustment for potential confounders and exposure (kilometers cycled per year), the rate of days off work from bicycle crash injury was substantially lower among riders who reported always wearing fluorescent colors (multivariate incidence rate ratio 0.23, 95% CI 0.09 to 0.59).«

(Conspicuity and bicycle crashes: preliminary findings of the Taupo Bicycle Study — Thornley et al.)

Keine neue Erkenntnis, auf dem Spielplatz haben Helme nichts zu suchen:

»Zwei tödliche Strangulationen durch Fahrradhelmriemen beim Spielen werden vorgestellt. Beide Fälle wiesen Übereinstimmungen wie Erstickungsmechanismus, Obduktionsbefunde und Unfallort auf, bei dem es sich jeweils um einen Spielplatz mit einem Seil-Kletter-Gerät handelte. Ursächlicher Faktor war in beiden Fällen ein Sturz mit dem Fahrradhelm durch eine Netzmasche, sodass sich der Helmrand in dem Netz verfing und die plötzliche Straffung der Riemen die Strangulation herbeiführte.«

(Strangulationsunfälle mit Fahrradhelmen, V. Kuntz, J. Reuhl und R. Urban)

Nach einer Studie aus dem Iran haben nur 14% derjenigen, die dort nach einem Fahrradunfall im Krankenhaus landen, überhaupt eine Kopfverletzung. Das heißt, 86% der Schwerverletzten haben ihre schwere Verletzung an anderen Körperteilen.

Viel gefährlicher als Radfahren sind Mopedfahren (trotz Helmpflicht!), Snowboarden und Reiten:

»Horse riding had a 9-fold increased risk and moped driving had a 23.75-fold increased risk for injury compared with adolescent bike riding. Horse riding and snowboarding showed an increased risk for injury in children (5.6- and 4.2-fold, relative to biking).«

(Risk-Inducing Activities Leading to Injuries in a Child and Adolescent Population of Germany)

Es gibt Hinweise darauf, dass einige Helme bei Kindern das Risiko von Gesichtsverletzungen erhöhen könnten:

»Children less than nine years old that used foam helmets had an increased risk of getting face injuries.«

(Protective Effect of Different Types of Bicycle Helmets, Hansen K.S.; Engesæter L.B.; Viste A.)

Eine Werbekampagne fürs Helmtragen kann die Häufigkeit von Kopfverletzungen erheblich reduzieren – unabhängig davon, welche Auswirkungen die Kampagne auf das tatsächliche Trageverhalten hat:

»The population-based educational program significantly decreased the risk of head injuries among boys and girls despite observable differences in the voluntary adoption rate of bicycle-helmet wearing.«

(Does promoting bicycle-helmet wearing reduce childhood head injuries?, Céline Farley, Marjan Vaez, Lucie Laflamme)

Captain Obvious berichtet: Ändert sich die Nutzung von Fahrrädern, so kann das erheblichen Einfluss auf die Verletzungsstatistik haben:

»Injuries from bicycle use have increased but there has been a marked reduction in collisions with motor vehicles. This is a result of the changing use of bicycles by children.«

(Changing pattern of child bicycle injury in the Bay of Plenty, New Zealand, Moyes, Simon A)

Nach einer Griechischen Studie spielen Fahrradunfälle nur eine geringe Rolle im Verletzungsgeschehen bei Kindern bis zu 14 Jahren (ist es da zu warm?):

»2,711 children with bicycle-related injuries (4.8%) were found among the 56,132 injured children 0–14 years recorded in EDISS during a 3-year period. The incidence of bicycle-related injuries was estimated at about 7.9 per 1,000 children-years or about 20 per 1,000 bicycle-using children per year.«

(Bicycling-Related Injuries among Children in Greece, Klimentopoulou, A.; Paliokosta, E.; Towner, E.; Petridou, E.)

Und noch einmal Captain Obvious. Fahrradhelme schützen vor Sonnenstrahlung, aber nicht vor Wärme:

»Twenty-three visors were shown to result in a relevant reduction of radiant heating of the face (>0.5 W), with 15 reaching approximately 1 W. Heating of the visor and/or helmet and subsequent heating of the air flowing into the helmet was nevertheless found to be a relevant effect in many cases, suggesting that simple measures like reflective upper surfaces could noticeably improve the radiant heat rejection without changing the helmet structure.«

(Radiant heat transfer of bicycle helmets and visors, Paul A. Brühwiler)

Um aus der Notaufnahme Rohdaten in brauchbarer Qualität zu gewinnen, muss man sich schon ein wenig anstrengen, und selbst dann kann es passieren, dass entscheidende Parameter in einem Viertel der Fälle einfach undokumentiert bleiben:

»Initial review (n = 667) revealed mean age of patients 8.6years, with 46% African American and 67% male. Helmet usage was documented in 49% of the charts (81 were wearing helmets; 245 were not wearing helmets). Mechanism of injury was documented as bicycle alone in 587, bicycle versus car in 13, and bicycle versus stationary object in 64.After implementation of an injury data sheet (n = 205), it was found that the mean age was 9.24 years, with 51% African American and 43% male. Helmet use was documented in 77% of cases (26 wearing helmets; 132 not wearing). Mechanism was documented as bicycle alone in 125, bicycle versus car in 66, and bicycle versus stationary object in 14. Helmet use was much more frequently documented after the initiation of an injury documentation reminder sheet (z = 6.97; P < 0.001; 95% confidence interval, 20.2-35.8).«

(Bicycle Injury Documentation Before and After Charting Intervention. Monroe K, Nichols M, Bates R, Meredith M, Hunter J 3rd, King WD)

Haben Sie schon einen Fußballhelm?

»A regulation football helmet substantially reduced the peak Gs associated with „heading“ a soccer ball traveling at moderately high velocities. A helmet was also effective in reducing the peak acceleration both intraorally and intracranially for impacts significantly more forceful than heading a soccer ball.«

(Do football helmets reduce acceleration of impact in blunt head injuries? Lewis LM, Naunheim R, Standeven J, Lauryssen C, Richter C, Jeffords B.)

Und zu guter Letzt noch einmal einen Hinweis zur Risikobewertung. Eine weitere iranische Studie hat Kopfverletzte im Krankenhaus gezählt. 2,1% der Verletzten trugen keinen Helm beim Radfahren, 97,9% der Verletzten trugen keinen Helm bei irgendeiner anderen Tätigkeit. Nach diesen Zahlen müsste man fordern, dass beim Absteigen vom Fahrrad stets ein Helm aufzusetzen sei:

»Bicycle-related injuries accounted for 2.1% (170/8000) of all in-patient trauma patients …«

(Bicycle-Related Injuries in Tehran, M. Karbakhsh-Davari MD PhD, A. Khaji MD, J. Salimi MD)

A Rationalist Approach to Risk Assessment

»I believe smoking bans are doing great damage, and not only economic damage. They promote intolerance, social tension and a ‘stool pigeon‘ culture. They ostracise a large and law-abiding segment of the population. They set a worrying precedent for all kinds of other social engineering. And they bring Nanny into Nightlife: the last place she belongs.«

Over at Plazeboalarm they celebrate (in German) an essay by Joe Jackson, Smoking, Lies and The Nanny State (PDF), and rightly so. He perfectly demonstrates a rationalist approach to risk assessment, which is based on fact rather than opinion and hidden agendas. He also demonstrates how real and unreal health risks can be abused politically and possibly lead to much worse an outcome even if the original risk fought was real.

Even though not everyone may agree with him, even if the factual basis of his essay were wrong (I didn’t verify his numbers yet), he reminds us of the virtue of skepticism. Even experts can be wrong. Terribly wrong, sometimes:

»It is has become ‘common knowledge’ that smoking is one of the worst things you can possibly do to yourself; ‘all the experts agree’. Of course, ‘all the experts’ once agreed that masturbation caused blindness, that homosexuality was a disease, and that marijuana turned people into homicidal maniacs. In the 1970s and 80s British doctors told mothers to put their babies to sleep face-down. Cot deaths soared, until a campaign by one nurse succeeded in changing this policy, which we now know to have claimed something like 15,000 lives.«

No matter how you feel about smoking, read his essay and try to grasp the many points he makes that are not immediately related to cigarettes and tobbacco but rather to rationalism and workable ways of running a society. A must-read for everyone. Conspiracy theories about the tobacco industry are not an acceptable excuse.

Operation sichere Zukunft: die Bilanz

Pünktlich zur Hessenwahl erinnert Andrea Diener an die Operation sichere Zukunft der gegenwärtigen Landesregierung:

»Erinnert sich eigentlich noch jemand an die Operation sichere Zukunft? Vor vier Jahren war das. Damals waren es noch nicht die jugendlichen Straftäter mit Migrationshintergrund, die für Unsicherheit und Kampfrhetorik sorgten, sondern die finanzielle Lage des Landes Hessen.«

Die Ganzkurzfassung: man hat viel Geld gespart, aber wohl an der falschen Stelle. Ihr Text ist aber viel besser als meine Zusammenfassung und Quellen hat sie auch. Lesen!

Wer mehr zur Wahl lesen möchte: der Onlinejournalistennachwuchs der h_da füllt der Frankfurter Rundschau das Wahlblog Kreuzchen (via: Textdepot). Ob die Texte was taugen, kann ich noch nicht sagen; immerhin haben sie ein richtiges Blog hingekriegt und bewegen sich damit am oberen Ende der journalistischen Onlinekompetenzskala.

Machen Atomkraftwerke Krebs?

Ein Physiker erklärt uns, was interessierte Kreise lieber verschweigen: die KiKK-Studie sagt weniger aus, als Kernkraftgegener gern hätten.

Mein Kommentar: Faszinierend, welches Geschrei eine Studie auslöst, deren Ergebnis bereits an einem einfachen Bullshit-Detektor scheitert: 0,8 Leukämiefälle pro Jahr schreibt die Studie der Nähe des Wohnortes zu Kernkraftwerken zu – bundesweit, insgesamt. Da braucht man keine Signifikanztests mehr, so ein Ergebnis sagt einfach nichts über Risiken aus, wie uns das Ärzteblatt vorrechnet. Falls Kernkraftwerke die betrachteten Krankheiten verursachen – die Studie macht keine Angaben darüber und kann es auch nicht –, reden wir über 2 bis 3 Promille der insgesamt auftretenden Fälle. Attributables Risiko nennen sie das, ein schöner Begriff.

Wer sich auf so etwas beruft, wenn er gegen die Kernkraft wettert, den muss man dringender abschalten als alle Kraftwerke zusammen. Mit einer rationalen Debatte über unsere Energieversorgung hat das reflexhafte Gebell in den Medien jedenfalls nichts zu tun. Liebe Politker, wenn Ihr mich für so dumm verkaufen wollt und Euch dabei auch noch erwischen lasst, macht Ihr Euch auf der Stelle und für alle Zeit unwählbar.

Ausführliche Flames zur Sache habe ich bereits im Forum zur Telepolis-Meldung geschrieben. Auch dort geht in einige Köpfe nicht hinein, dass eine wissenschaftliche Studie vielleicht trotzdem nichts bedeuten könnte. Merke: auch die Wissenschaft kann man zum Anker eines Glaubenssystems machen. Wissenschaftlich ist das aber nicht.

Most WordPress Blogs Vulnerable

»Security analyst David Kierznowski shocked bloggers yesterday with a survey showing that 49 out of the 50 WordPress blogs he checked seem to be running exploitable versions of the widely used software. He said, ‚The main concern here is the lack of security awareness amongst bloggers with a non-technical background, and even those with a technical background.‘ Mr Kierznowski also uncovered recent vulnerabilities in WordPress plugins that ship by default with the software, adding: ‚WordPress users developing plugins must be aware of the security functions that WordPress supports, and ensure that these functions are used in their code.’«

Slashdot | Survey Finds Most WordPress Blogs Vulnerable