Erinnert sich noch jemand an die Räuberpistole von den Terroristen mit dem Wasserstoffperoxid? SpOn macht noch ein wenig weiter:
»Wie aus abgehörten Gesprächen hervorgeht, visierten die Islamisten als mögliche Ziele unter anderem die US-Basis Ramstein an.
(…)
Nach Erkenntnissen der Ermittler drängte die Führung der mysteriösen „Islamischen Dschihad Union“ (IJU) aus Pakistan und Iran im Laufe des August darauf, die Deutschen sollten sich beeilen.«
(Spiegel Online am 6. Oktober 2007)
Keine Neuigkeit, sondern nur eine Wiederholung dessen, was wir schon „wissen”. Um eine Neuigkeit zu berichten, hätten die Redakteure jedoch nur Zeitung oder Internet lesen und abschreiben müssen:
»Ich bezweifle aber, dass die drei im Auftrag einer festen Organisation namens Islamische Jihad-Union tätig waren.
(…)
Es gibt viele Indizien, dass es sich bei dieser Erklärung, die auf einer Internet-Homepage veröffentlicht wurde, um das Werk von Trittbrettfahrern handelt. Die Erklärung enthält nur Informationen, die vorher schon allgemein zugänglich waren.
(…)
Ich kann natürlich nicht beweisen, dass es die IJU nicht gibt, aber ich habe erhebliche Zweifel. Es gibt bisher nur einige wenige Lebenszeichen der IJU im Internet.«
(Benno Köpfer, Verfassungsschutz Baden-Württemberg, am 5. Oktober im taz-Interview)
Noch deutlicher der ARD-Bericht vom 4. Oktober:
»“Es werden in diesem Bekennerschreiben konkrete Anschlagsziele genannt: Ramstein“, sagte Köpfer. Seines Wissens seien aber die Verhafteten bis zuletzt unsicher gewesen, welches Ziel sie überhaupt angreifen sollten, auf welches Objekt sie diesen Anschlag ausüben würden. Nach seiner Einschätzung werde in dem Bekennerschreiben nur Medienberichterstattung aufgenommen. „Das lässt mich an der Authentizität zweifeln.“ Das Landesamt für Verfassungsschutz Baden-Württemberg gilt als das Kompetenzzentrum für Islamismus in Deutschland.
(…)
Die Verfassungsschützer macht jedoch stutzig, dass das Schreiben in türkischer Sprache verfasst ist und nicht wie bisher bei der IJU in englischer oder usbekischer Sprache. Zweifel haben Köpfer und seine Kollegen auch, ob es die IJU als professionelle Terrororganisation überhaupt real gibt. „Die ‚Islamische Dchihad Union‘, so wie sie sich uns darstellt, ist erst einmal eine Erfindung im Internet und hat nur eine Präsenz im Internet“, hieß es.«
(Verfassungsschutz zweifelt an Bekennerschreiben, tagesschau.de,
4. Oktober 2007)
Wir warten auf weitere Enthüllungen. Beim Celler Loch hat es acht Jahre gedauert, bis die Wahrheit ans Licht kam, beim Plutoniumschmuggel des BND nur ein halbes. Offen bleibt vorerst, warum die Marke Spiegel inzwischen die Seiten gewechselt hat und ver- statt enthüllt.