Dass Cyberwar ein Konzept für Hollywoodfilme ist und keines für die IT-Sicherheit, hat sich inzwischen bis zu Spiegel Online herumgesprochen. Wenn Microsoft so etwas sagt, ist es eben eine Nachricht. Für Leser unseres Blogs hingegen ist es ein alter Hut.
In einem Wort
Lernung
Fahrradtacho aus’m Baumarkt. Der Kilometerzähler hat 5 Stellen und kann das Komma nach rechts shiften, wie man nach 100 (? – zu lange her) und 1000 Kilometern sieht. Ein paar Jahre später und kurz vor dem Verenden der Batterie erreichen Zähler, Rad und Fahrer – übrigens unfallfrei – den 10.000ten Kilometer, und was passiert? Statt die letzte Nachkommastelle zu recyclen, stürzt das Ding mit einer blinkenden 9999.9 einfach ab.
Kann man diese Implementierung rational mit Bugs erklären, oder ist das subtile Sabotage? Und welchen Tacho baut man sich heute ans Fahrrad, wenn man oft nachts fährt und ihn dabei gerne beleuchtet sähe? Zusatzfrage: lohnt es sich, beim Kauf gleich noch einen LED-Scheinwerfer als Ersatz für Halogen mitzunehmen?
In einem Wort
In einem Wort
Unterschätzte Risiken: Arbeit
Vielleicht mache ich heute besser blau:
»In Deutschland fielen der letzten Statistik aus dem Jahr 2008 nach 863 Menschen tödlichen Arbeitsunfällen zum Opfer; Verkehrsunfällen auf dem Weg zur Arbeit erlagen weitere 572. Durch berufliche Erkrankungen ausgelöste Todesfälle gibt es hierzulande jedes Jahr um die 2.500.«
Wird das Internet sicherer?
Vor ein paar Wochen trug ich die Ergebnisse eine spanischen Studie weiter, derzufolge mehr als die Hälfte der privaten PC in Spanien mit Malware verseucht sei. Nun meldet Microsoft Werte in einer ganz anderen Größenordnung:
»Lediglich 0,22 Prozent der PCs in Deutschland sind einer aktuellen Studie zufolge im zweiten Halbjahr 2009 von Schadsoftware wie Viren oder Trojanern befallen worden. Damit liegt Deutschland deutlich unter dem weltweiten Schnitt von 0,7 Prozent. Der Wert sei damit zum dritten Mal in Folge gesunken, teilte Microsoft Chart zeigen am Montag mit.«
Vielleicht liegt es daran, dass man sich zur Teilnahme ander spanischen Studie erst mal ein Programm von einer Website herunterladen muss, die noch nicht mal SSL kann?
In einem Wort
Risikokunst
Die Künstlerin Susanna Hertrich stellt in ihrer Arbeit risk Risiken ihrer öffentlichen Wahrnehmung gegenüber. Eine ähnliche Visualisierung hat sie auch noch zu einem reality checking device verbaut, einen Screenshot gibt es hier.
(via)
35 Meilen
Und so gehen pragmatische Amerikaner mit rauchenden Vulkanen um:
„In den USA zieht man bei einem Ausbruch einfach einen Sperrkreis von 35 Meilen um den Vulkan und geht ansonsten davon aus, dass auch in größerer Entfernung niemand durch die sichtbare Aschewolke fliegt“, sagte indessen ein ranghoher Branchenvertreter, der nicht genannt werden wollte, dem Tagesspiegel. „Die Amerikaner müssen sich über die Europäer totgelacht haben.“
(Tagesspiegel: Flugverbot – die Branche flucht)
In einem Wort
60μg/m³
60μg/m³ betrug die Feinstaubkonzentration, die man am Montag 4 Kilometer über Leipzig maß. [Update: Wenn man von der Seite guckt und ein Pfeil dran ist, kann man diese Konzentration auch sehen.] Der Luftdurchsatz der Triebwerke eines modernen Verkehrsflugzeuges liegt bei etwa 1000 bis 1300kg/s für alle Triebwerke zusammen. Ganz grob überschlagen wiegt ein Kubikmeter Luft ungefähr ein Kilogramm. Das Nebenstromverhältnis ziviler Mantelstromtriebwerke liegt bei 5:1 bis 9:1, das heißt 1/9 bis 1/5 der angesaugten Luft gelangen in die Brennkammer.
P.S.: Die Luftqualitätsrichtlinie der EU erlaubt als Tagesmittelwert höchstens 50μg/m³ bei bis zu 7 Überschreitungen pro Jahr und als Jahresmittelwert 20μg/m³.
P.P.S.: Das DLR schreibt zum Messflug vom Montag:
»Die gemessenen Konzentrationen von großen Partikeln in den Vulkanschichten lagen bei Werten, die typisch in Sahara-Staubschichten beobachtet werden. Sie lagen jedoch niedriger, als die Konzentrationen von großen Partikeln, die in einer verschmutzten bodennahen atmosphärischen Grenzschicht gemessen werden.«
Die Zusammenfassung des Berichts sagt nach meinem Verständnis: der Staub war messbar, aber nicht ungewöhnlich.
P.P.P.S.: Erste Schätzungen drei Tage vor dem Messflug lagen um eine Größenordnung höher bei etwa 600 bis 1000μg/m³. Das wären dann — vielen Dank an die rechnenden Leser — anderthalb bis zwei Pfund Staub in der Stunde.
Perfectly Safe Airlines
Unterschätzte Risiken: Spielkonsolen
„Wir möchten kein Risiko eingehen.“
Man wolle kein Risiko eingehen, sagen jezt alle, die sich vom Vorsorgeprinzip einen festen Sitz in ihrem Amtssesseln erhoffen. Und wie lange kann man „kein Risiko eingehen“, ohne dass diese Risikoaversion selbst riskant wird? Mehr als das ist es ja nicht, wie Spiegel Online schreibt:
»Iata-Präsident Giovanni Bisignani sagte am Montag in Paris, es gebe „keine Risikoeinschätzung, keine Konsultation, keine Koordinierung und keine Führung“ in der EU. Sicherheit gehe natürlich vor. Doch in einer solchen Krisenlage habe es fünf Tage gedauert, bis die EU-Kommission eine Videokonferenz zustande gebracht habe. Erst am Montagnachmittag wollen die Verkehrsminister über Wege aus dem seit Tagen anhaltenden Chaos im Luftverkehr beraten.«
Wie sichern sich Luftfahrtungternehmen eigentlich gegen solche Ereignisse ab? Anscheinend gar nicht.
P.S.: Pilot und Flugzeug zum Thema.
In einem Wort
Katzencontent
In einem Wort
PKN 015
Powerpoint war gestern: Pecha Kucha Night am Samstag, dem 10. April in Frankfurt.
Tarnschminke
Ähnliche Probleme führen zu ähnlichen Lösungen. Wer gedient hat, kennt das: bevor es raus geht in die Natur, malt man sich oliv-braun-schwarze Flecken ins Gesicht. Das dient der Tarnung, denn in seiner natürlichen Färbung fällt es im Wald leicht auf. Zivilisten haben inzwischen an anderer Stelle ein ähnliches Problem, sie werden überall gefilmt. Nicht gegen das Filmen an sich, aber gegen eine nachfolgende Gesichtserkennung können sie sich vielleicht schützen – mit Tarnschminke. Wie das geht, untersucht Adam Harvey. (via Surveillance Studies)
Mit freundlichem Ätsch
Die FR antwortet stellvertretend für Mark Zuckerberg der Ministerin Aigner:
»Nach eingehender interner Diskussion sind wir zu dem Schluss gekommen, dass es uns einen feuchten Kehricht kümmert, ob Sie Ihr Profil löschen wollen oder nicht.«
Take the world from another point of view
Keksfontäne
Die einen haben Werbe- und Cookiefilter, die anderen interessiert es nicht. Was beim Besuch einer Website vor sich geht und wer dabei zuguckt, merkt deshalb kaum jemand. Bis dann mal ein Anlass kommt, mit einem jungfräulichen Browser auf eine Website zu schauen und dabei Cookies zu zählen, weil man’s für eine Metrik braucht, über die man gerade ein Paper schreibt. Der Untersuchungsgegenstand ist last.fm und nach wenigen Klicks sieht die Cookieliste so aus:
Bereits der erste Seitenabruf liefert eine ganz ansehnliche Menge von Fremdcookies:
- ice.112.2o7.net
- s_vi
- ad.doubleclick.net
- test_cookie
- googleads.g.doubleclick.net
- id
- lastfm.ivwbox.de
- srp
- i00
- b.scorecardresearch.com
- UID
- dw.com.com
- XCLGFbrowser .com.com
Klickt man dann noch ein wenig herum und hat dabei das Pech, ein Werbebanner von adrolays.de zu sehen, werden es noch viel mehr. Das Banner ist dann nämlich ein Metabanner, in dem mehrere Stück Werbung sinnlos(*) herumrotieren. Damit fängt man sich diese Cookies ein:
- a.adrolays.de
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- RVSS
- tracking.quisma.com
- gmv30624
- gmv31626
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- ASP.NET_SessionId
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- dslshop.vodafone.de
- PV
- http://www.vodafone.de
- oshop
- shop.vodafone.de
- oshop
- ad.zanox.com
- zttpvc
- zptpvc
- ads4unitymedia.de
- UM_chan_perm
- UM_chan_temp
- zx.alice-dsl.de
- ALICA_HTB
Mit jeder Cookie-Quelle hat mein Browser unterwegs wenigstens einmal geredet. Kein Wunder, dass Werbeschleudern als Verbreitungsvektor für Schadsoftware immer beliebter werden (guckst Du Beispiel). Man muss ja nur irgendeine der 17 aufgezählten Sites hacken und erwischt damit unzählige Nutzer im Netz.
Unter anderem deswegen ist übrigens der gut gemeinte Sicherheitshinweis, man solle „aufpassen“ und sich von dunklen Ecken des Netzes fernhalten, völlig wirkungslos. Es kann einen überall treffen.
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(*) Irgend etwas wird man sich dabei wohl gedacht haben. Vielleicht so etwas: »Wir sind Scharlatane, aber wir haben das Glück, dass man uns nach der Zahl der Versuche und nicht nach dem Erfolg bezahlt. Warum vermieten wir ein und denselben Bannerplatz nicht einfach mehrfach und zählen den User, der das Banner ignoriert, jedem unserer Kunden einmal vor?« Das ist selbstverständlich nur eine Spekulation.

