Was mag geschehen, wenn die nächste Phishing-Mail sagt: Reagieren Sie nicht auf die Warnung im Foyer. Wir sind die Guten!!1
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Unterschätzte Risiken: Spielkonsolen
Keksfontäne
Die einen haben Werbe- und Cookiefilter, die anderen interessiert es nicht. Was beim Besuch einer Website vor sich geht und wer dabei zuguckt, merkt deshalb kaum jemand. Bis dann mal ein Anlass kommt, mit einem jungfräulichen Browser auf eine Website zu schauen und dabei Cookies zu zählen, weil man’s für eine Metrik braucht, über die man gerade ein Paper schreibt. Der Untersuchungsgegenstand ist last.fm und nach wenigen Klicks sieht die Cookieliste so aus:
Bereits der erste Seitenabruf liefert eine ganz ansehnliche Menge von Fremdcookies:
- ice.112.2o7.net
- s_vi
- ad.doubleclick.net
- test_cookie
- googleads.g.doubleclick.net
- id
- lastfm.ivwbox.de
- srp
- i00
- b.scorecardresearch.com
- UID
- dw.com.com
- XCLGFbrowser .com.com
Klickt man dann noch ein wenig herum und hat dabei das Pech, ein Werbebanner von adrolays.de zu sehen, werden es noch viel mehr. Das Banner ist dann nämlich ein Metabanner, in dem mehrere Stück Werbung sinnlos(*) herumrotieren. Damit fängt man sich diese Cookies ein:
- a.adrolays.de
- RVS
- RVSS
- tracking.quisma.com
- gmv30624
- gmv31626
- banners.webmasterplan.com
- ASP.NET_SessionId
- affili_4227pw
- partners.webmasterplan.com
- ASP.NET_SessionId
- affili_0
- affili_2906
- http://www.active-srv02.de
- apv_1
- dslshop.vodafone.de
- PV
- http://www.vodafone.de
- oshop
- shop.vodafone.de
- oshop
- ad.zanox.com
- zttpvc
- zptpvc
- ads4unitymedia.de
- UM_chan_perm
- UM_chan_temp
- zx.alice-dsl.de
- ALICA_HTB
Mit jeder Cookie-Quelle hat mein Browser unterwegs wenigstens einmal geredet. Kein Wunder, dass Werbeschleudern als Verbreitungsvektor für Schadsoftware immer beliebter werden (guckst Du Beispiel). Man muss ja nur irgendeine der 17 aufgezählten Sites hacken und erwischt damit unzählige Nutzer im Netz.
Unter anderem deswegen ist übrigens der gut gemeinte Sicherheitshinweis, man solle „aufpassen“ und sich von dunklen Ecken des Netzes fernhalten, völlig wirkungslos. Es kann einen überall treffen.
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(*) Irgend etwas wird man sich dabei wohl gedacht haben. Vielleicht so etwas: »Wir sind Scharlatane, aber wir haben das Glück, dass man uns nach der Zahl der Versuche und nicht nach dem Erfolg bezahlt. Warum vermieten wir ein und denselben Bannerplatz nicht einfach mehrfach und zählen den User, der das Banner ignoriert, jedem unserer Kunden einmal vor?« Das ist selbstverständlich nur eine Spekulation.
Werden Kreditkarten billiger?
Vielleicht können wir uns langsam von der Vorstellung verabschieden, dass man mit seinen Kreditkartendaten im Netz „vorsichtig“ sein müsse oder die Karte am besten gar nicht benutze. Diese wohlmeinenden Sicherheitshinweise waren zwar schon immer Blödsinn. Eine Kreditkarte ist dazu da, dass man sie benutzt, es gibt wenige Möglichkeiten, dabei Vorsicht walten zu lassen, und beim User ist die Sicherheit ohnehin schlecht aufgehoben. Nun gibt es auch noch Hinweise darauf, dass sich reine Kartendaten ohne PIN für Kriminelle immer weniger lohnen:
»Credit cards are no longer valuable, so criminals now want PIN numbers. Earlier this week, Symantec reported credit card data can sell for as little as six cents in online criminal markets, which consist of „various forums, such as websites and Internet Relay Chat (IRC) channels, which allow criminals to buy, sell, and trade illicit goods and services.“ Verizon reports the value of credit card data at fifty cents, down from a minimum of $10 in mid-2007.
In contrast, Symantec said, bank credentials can sell for $10 or more. Verizon did not disclose a price for PIN data, but said, „the big money is now in stealing personal identification number (PIN) information together with associated credit and debit accounts.“«
Der Artikel scheint schon ein Jahr alt zu sein.
In einem Bild
Veralbern
kann ich mich alleine. Merke: zu jedem Sicherheitshinweis gibt es eine Ausnahmesituation, in der es besser ist, ihn nicht zu befolgen. Updates sind eine gute Idee™, aber nicht immer.

Ver-warnt
Wer sich über unsere Katastrophenlust (oder die einiger Medien) angesichts der jüngsten Schneefälle im Winter auslassen möchte, findet bei Stefan Niggemeier einen Aufhänger von Jörg Kachelmann sowie einige gute Kommentare. Wir lernen daraus neue Worte: neben Parameteorologie (= alles außer Kachelmann-Wetter) auch noch deutsche Eventgemeinschaft und Quote-durch-Panik-Masche.
P.S.: Sueddeutsche.de hat auch noch was dazu: Unseren täglichen Schock gib uns heute.
P.P.S.: Inzwischen sind sich die Medien alle einig in ihrer Selbstverdammung. Bis zum nächsten Kataströphchen.
Naked Truth
In the current discussion about the use of body scanners at airports (aka strip machines) many people seem to forget, that these scanners do not pose a remedy to the latest security threat, i.e. explosives. So I am amazed that in this day and age we still are preoccupied with knives and guns. And I ask myself, do we really need expensive technology to spot them? Are the Indians really the only part of the scenario that has changed? And isn’t touching my privates a bigger privacy infringement than taking a x-ray-picture?
Amerika überleben
USA-Erklärer Scot W. Stevenson widmet sich heute den viefältigen Gefahren, die in der nordamerikanischen Natur auf arglose Touristen warten:
»Es sind die „kleineren“ Gefahren, mit denen die Europäer schlechter zurecht kommen, angefangen mit einem Mangel an Respekt vor den diversen Giftspinnen (darunter die sechsäugige Brown Recluse Spider und die Schwarze Witwe).«
(USA Erklärt: Böse Pflanzen und gefährliche Tiere)
Es geht dann weiter mit Würmern, Pflanzen und Killerbienen.
Wer das liest …
Dieses Warnschild würde ich sofort einführen, wenn ich Verkehrsminister wäre.
Wenn’s am Ausgang piept
Samstags beim Shopping. Die überlastete Fachkraft an der Kasse hat eine Diebstahlsicherung übersehen. Als Sie das Geschäft verlassen, geht der Alarm los. Was nun? Sich vor aller Augen dem Türsteher unterwerfen? Das kommt überhaupt nicht in Frage! So werden Sie lästige Kontrolleure los, ohne sich in die Einkaufstüten schauen zu lassen:
- Fühlen Sie sich zu nichts verpflichtet. Wenn es am Ausgang piept, dann bedeutet das nur eines: dass es am Ausgang piept. Es bedeutet nicht, dass Sie einen Schreck kriegen, stehenbleiben oder Ihre Unschuld beweisen müssen.
- Seien Sie selbstbewusst. Sie haben gerade ein Geschäft mit dem Ladeninhaber erfolgreich zum Abschluss gebracht, das im beiderseitigen Interesse liegt. So möchten Sie auch behandelt werden, als Geschäftspartner.
- Kommunizieren Sie. Dem Türsteher bleibt nichts anderes übrig, als Ihnen auf die Straße zu folgen und Sie anzusprechen. Selbstverständlich hören Sie sich erst einmal ruhig an, was der Mann zu sagen hat. Er wird Sie auffordern, mit ihm zurück in den Laden zu gehen, um die Sache dort zu klären. Darauf antworten Sie ebenso ruhig, wie Sie zugehört haben, mit einem einfachen: „Nein.” Dann schauen Sie ihn fragend an. Wenn’s am Ausgang piept weiterlesen
Richtig stolpern
Haushaltstipp
Sicherheitshinweise verlangen oft umständliche und aufwändige Verhaltensweisen, die im Alltag stören. Unser Tipp: Befolgen Sie die Regeln nur jedes zweite Mal. So können Sie Usability und Sicherheit vereinen. Sie bekommen von jedem ein bisschen.
Risikoperspektive
Über die Tipps des Auswärtigen Amtes zur Redution des persönlichen Terrorrisikos wollte ich mich auch noch lustig machen. Muss ich aber nicht, denn Burkhard Müller-Ullrich hat über diese CYA-Aktion bereits alles gesagt:
»Nochmal zum Mitschreiben: Das Außenministerium rät Mallorca-Urlaubern, Menschenansammlungen zu meiden. Man fragt sich, ob der Verfasser dieses Ratschlags schon mal auf Mallorca war und was er sonst noch von der Welt weiß.«
Tatsächlich geht es wohl gar nicht gar nicht darum, brauchbare Sicherheitshinweise zu geben. Das wäre weder nötig noch praktikabel, denn das persönliche Risiko ist auch nach den Knallfröschen vom Wochenende gering und jede weitere Reduktion mit übergroßen Kosten verbunden. Aber ein zuständiges Amt traut sich nur selten, einfach mit den Schultern zu zucken und unvermeidliche Risiken auf sich beruhen zu lassen. Irgendetwas muss man vorher tun, damit einem später keiner vorwerfen kann, man habe nichts getan. Risikointuition nennen wir das, und sie ergibt sich stets aus der persönlichen Perspektive des Handelnden. Wobei der Begriff Intuition vielleicht falsch ist, denn der Kern des Problems ist nicht die intuitive Bewertung des Risikos, sondern dessen Betrachtung aus der individuellen Perspektive.
Spione und Nähkästchen
Das schöne am digitalen Diebstahl ist ja, es fehlt den betroffenen nix. Wenn aber in die Firma analog eingebrochen wird und die Diebe ignorieren offensichtliche Wertgegenstände wie Bildschirme, dann war’s vielleicht ein Datendieb. Woran man einen Griff in die Datenkasse des eigenen Unternehmens bemerken kann, erzählt Wilfried-Erich Kartden von der Spionageabwehr des Innenministeriums von NRW in der aktuellen IT-Sicherheit. Im Wikipedia-Stil trennt er erstmal zwischen Wirtschaftsspionage (staatliche Aktivitäten) und Konkurrenz-/Industriespionage (Spionage durch Unternehmen). Nach einem Exkurs über korrupte Übersetzer, Bauarbeitern mit WLAN-Routern und Keylogger-Funde kommt die Existenzberechtigungsstatistik von Corporate Trust (2007): 35,1 Prozent der deutscheun Unternehmen glauben, sie seien schon Opfer von Wirtschaftsspionage geworden. 64,4 Prozent hätten auch einen finanziellen Schaden zu verzeichnen. Die Schäden reichen von 10.000 bis 1 Millionen und das Wichtigste – die Schadensfälle steigen – laut Umfrage um 10 Prozent pro Jahr. Sagt alles wenig aus, hört sich aber gut an.
Arbeitsschutz ganz anschaulich
(via Nerdcore)
In einem Wort
Man kann es auch übertreiben
Ein paar Sicherheitshinweise sollte man als Fluggast beachten, und die hat Focus Online aufgeschrieben. Das hat aber offenbar nicht gereicht, und man hat sich vorbeugend noch ein paar weitere ausgedacht:
»Planen Sie Ihren Gang zum WC sorgfältig, damit Sie nicht zu lange den Weg für das Kabinenpersonal blockieren. Das gilt auch für lang anhaltende Konversationen mit weiter hinten sitzenden Bekannten. Unterlassen Sie dabei hastige Bewegungen oder hektische Gesten etwa in Richtung Cockpit: Sie könnten beim eventuell mitfliegenden Sky-Marshal unnötig Verdacht erregen.«
Nein, liebe Redaktion, sorgfältig geplante Toilettengänge tragen nichts zur Sicherheit bei, und wenn ich vor schießwütigen Sky Marshals Angst haben muss, dann ist wohl nicht mein Verhalten das Problem.
An das Bundeszentralamt für Steuern
Jetzt tun wir mal etwas völlig Beklopptes, denn damit rechnen sie nicht. Musterklagen sind für Weicheier und bloggende Anwälte. Ich bin weder das eine noch das andere, dafür aber gelernter DDR-Bürger. Was uns, respektive dem Bundeszentralamt für Steuern, das nachfolgende Schreiben beschert:
So bessern Sie Ihre Urlaubskasse auf
Urlaub ist ein teures Vergnügen, gerade jetzt in der Hauptsaison. Ist die Reisekasse leer, muss Nachschub her. Aus ehrlicher Arbeit kann er freilich nicht kommen, wer will schon im Urlaub arbeiten. So geht es ohne Arbeit:
- Suchen Sie sich einen geeigneten Ort. Dieser hier zum Beispiel ist ideal: ein recht schmaler Strand, dahinter gleich die Küstenstraße und jenseits dieser Straße Häuser und Seitenstraßen. Warum das alles gut ist, werden wir gleich sehen.
- Seien Sie kein Neger. Der durchschnittliche Urlauber ist genauso rassistisch wie unsere Zöllner von neulich. Vorm Neger hat man in Europa immer noch Angst, oder man traut ihm jedenfalls nicht. So bessern Sie Ihre Urlaubskasse auf weiterlesen
Ihr Weg durch den Zoll
Wenn Sie nach einer Flugreise aus einem Drittland nach Deutschland zurückkehren, haben Sie die Wahl zwischen zwei Ausgängen: Den grünen Ausgang benutzen Sie dann, wenn Sie Waren für den persönlichen Bedarf innerhalb der Reisefreimengen mitbringen; den roten, wenn Sie darüber hinausgehende Waren anzumelden haben. Mit Ihrer Wahl geben Sie eine Steueranmeldung ab. Wenn Sie den grünen Ausgang benutzen, können Sie in der Regel ungehindert passieren. Allerdings wird auch dort das Gepäck stichprobenweise geprüft. Sollten abgabenpflichtige Waren gefunden werden, behandelt der Zoll diese als geschmuggelte Ware (Steuerhinterziehung).
Damit das nicht passiert, beachten Sie bitte die folgenden Hinweise: Ihr Weg durch den Zoll weiterlesen
A Rationalist Approach to Risk Assessment
»I believe smoking bans are doing great damage, and not only economic damage. They promote intolerance, social tension and a ‘stool pigeon‘ culture. They ostracise a large and law-abiding segment of the population. They set a worrying precedent for all kinds of other social engineering. And they bring Nanny into Nightlife: the last place she belongs.«
Over at Plazeboalarm they celebrate (in German) an essay by Joe Jackson, Smoking, Lies and The Nanny State (PDF), and rightly so. He perfectly demonstrates a rationalist approach to risk assessment, which is based on fact rather than opinion and hidden agendas. He also demonstrates how real and unreal health risks can be abused politically and possibly lead to much worse an outcome even if the original risk fought was real.
Even though not everyone may agree with him, even if the factual basis of his essay were wrong (I didn’t verify his numbers yet), he reminds us of the virtue of skepticism. Even experts can be wrong. Terribly wrong, sometimes:
»It is has become ‘common knowledge’ that smoking is one of the worst things you can possibly do to yourself; ‘all the experts agree’. Of course, ‘all the experts’ once agreed that masturbation caused blindness, that homosexuality was a disease, and that marijuana turned people into homicidal maniacs. In the 1970s and 80s British doctors told mothers to put their babies to sleep face-down. Cot deaths soared, until a campaign by one nurse succeeded in changing this policy, which we now know to have claimed something like 15,000 lives.«
No matter how you feel about smoking, read his essay and try to grasp the many points he makes that are not immediately related to cigarettes and tobbacco but rather to rationalism and workable ways of running a society. A must-read for everyone. Conspiracy theories about the tobacco industry are not an acceptable excuse.
Gut zu wissen
»Should anyone at a TSA checkpoint attempt to confiscate your laptop or gain your passwords or other information, please ask to see a supervisor or screening manager immediately.«





