Archiv der Kategorie: Angst

Unterschätzte Risiken: Käse

Hand aufs Herz: haben Sie Angst vor Käse aus dem Supermarkt? Nein? Sollten Sie aber, denn Käse kann Sie umbringen:

»Alarm bei Lidl: Der Discounter hat erneut vor dem Verzehr von zwei Käsesorten gewarnt, die offenbar mit gefährlichen Bakterien verseucht sind. An ihnen sollen bereits sechs Menschen gestorben sein, die Symptome ähnelten zunächst denen einer Grippe.«

(Welt Online: Lebensmittel: Mehrere Todesfälle – Lidl ruft Käse zurück)

Die gefährlichen Bakterien sind Listerien, und wenn die Infektion Symptome zeigt, ist der Käsekauf vielleicht längst vergessen.

Überraschend

Angst ums Kind? Das ist oft Angst vor Unfällen, von der sich Eltern einschüchtern lassen. Die Realität:

»Krankheiten sind die häufigste Ursache von Schwerbehinderungen. Unfälle spielen dagegen keine Rolle. Nur 0,45 Prozent der schwerbehinderten Kinder und Jugendlichen haben sich ihre Beeinträchtigung bei einem Unfall zugezogen.«

(Finanztest 1/2010, S. 60)

Noch ein Grund, sich von Fahrradhelmen nicht zu viel Schutz zu erhoffen.

7.015.630.000-mal FKK für einen Terroristendarsteller

Irrationale Debatten um Sicherheitsutensilien werden anscheinend zur neuen Jahreswechselmode. Erregte vor einem Jahr der Skihelm die Medien, ist es diesmal der Nackigscanner. Eigentlich gibt es für die Debatte nicht einmal einen richtigen Anlass. Auslöser war ein unbeholfener, gescheiterter Anschlagsversuch in einem Flugzeug. Passiert ist nichts, deshalb brauchen wir neue Sicherheitsgroßtechnik?

Gewiss, wir reden über Konjunktive — hätte, könnte, wäre — wie in jeder Risikobetrachtung. Aber wir haben auch Daten: um mit derselben Wahrscheinlichkeit an Bord eines Flugzeuges Terrorismus zu erleben, mit der man am Boden vom Blitz getroffen wird, muss man im Jahr mehr als zwanzigmal fliegen. Und darin sind noch die gescheiterten Anschlagsversuche enthalten. Mit anderen Worten, selbst Vielflieger haben kaum eine realistische Chance, an Bord eines Flugzeuges zum Terroropfer zu werden.

Doch das liegt sicher nur an den bereits vorhandenen Sicherheitsmaßnahmen, den konfiszierten Wasserflaschen und Nagelscheren, nicht wahr? Nein. Terroristen haben keinen Grund, unsere Selbstmordbomber-an-Bord-Fixierung zu teilen. Im Gegenteil, kluge Terroristen werden etwas anderes tun als beim letzten Mal. Die Schlange vor der Sicherheitskontrolle zum Beispiel, mit Absperrbändern in die Fläche gefaltet, eignet sich vorzüglich für einen Selbstmordanschlag mit Sprengstoff. Doch Terrorismus ist so selten, dass wir auch dort keine Angst haben müssen.

Naked Truth

In the current discussion about the use of body scanners at airports (aka strip machines) many people seem to forget, that these scanners do not pose a remedy to the latest security threat, i.e. explosives. So I am amazed that in this day and age we still are preoccupied with knives and guns. And I ask myself, do we really need expensive technology to spot them? Are the Indians really the only part of the scenario that has changed? And isn’t touching my privates a bigger privacy infringement than taking a x-ray-picture?

Entenalarm

„Ausweischip gehackt“ titelte die taz und brachte damit noch kurz vor Jahresende eine besonders schöne Falschmeldung zum CCC-Kongress  in Umlauf, die Detlev Borchers auf Heise prompt als Ente entlarvte. Auch wenn der Vortrag im Hacking-Track lief handelte es sich vorwiegend um eine Funktionsbeschreibung des neuen Personalausweises, denn in der Tat kann man Daten aus dem Ausweis auslesen – mit Berechtigungszertifikat. Das soll so sein.  Das Beispiel beweist einmal mehr, dass guter Technikjournalismus in Tagesszeitungen schwer zu finden ist. Gut, dass es noch Fachjournalisten wie Christiane Schulzki-Hadouti gibt, die zu ganz anderen Schlüssen kommt und einen Rückzieher beim CCC entdeckt. Übrigens: Die wichtigsten Daten kann man auch jetzt schon aus dem derzeitigen Ausweis auslesen – mit den Augen, die Daten sind nämlich aufgedruckt.

Spendenaufruf

Zwei Euro im Monat für ein gutes Gefühl, das ist das Kerngeschäft der Versicherungswirtschaft:

»Oft reichen einige Minuten Surfen im Internet – und schon sind Ihre Bankdaten in die Hände von Betrügern gelangt. Phishing-Angriffe, die gezielt Online-Banking Kunden im Visier haben, verursachen immer wieder hohe Schäden.
(…)
Anfang 2010 bietet CosmosDirekt die passende Lösung: Den Konto-Schutzbrief, der Sie ab 2€ im Monat gegen die Plünderung Ihres Kontos schützt*. Er sichert alle Schäden aus dem Missbrauch Ihrer EC- und Kreditkarte sowie Ihrer Kontodaten ab.«

Für ungefähr dieselbe Summe bekommt man übrigens schon eine kleine Haftpflichtversicherung. Der Preis taugt also noch nicht einmal als Risikometrik.

600:500.000

Wieviel Angst müssen wir eigentlich vor Straßenraub haben? Hier sind die Zahlen für Leipzig (500.000 Einwohner) in den letzten Jahren:

»Ermittler gehen davon aus, dass die Zahl der Raubstraftaten in diesem Jahr erneut angestiegen ist, sich bei etwa 600 einpegeln dürfte. Im vorigen Jahr hatte die Kripo 547 Fälle registriert, 2007 waren es 590.«

(LVZ: Prügel für ein paar Euro: Etwa 600 Raubstraftaten in diesem Jahr)

Das sind ungefähr 1,2 Fälle auf 1000 Einwohnerjahre.

Umsonst gefürchtet

Endlich räumt mal jemand mit den FUD-Geschichten vom googelnden Personalchef auf, der seine Entscheidung anhand längst verjährter Partyfotos aus Studententagen fällt:

»Es ist noch nicht lange her, da wurden Bewerber vor Personalchefs gewarnt, die angeblich nichts Besseres zu tun hatten als von morgens bis abends nach verfänglichen Partyfotos und peinlichem Privatkram im Internet zu stöbern.
(…)
Jetzt zeigt eine Studie, dass der Alarm übertrieben war. Denn bisher interessieren sich die wenigsten Personalexperten für soziale Netzwerke.«

(sueddeutsche.de: Soziale Netzwerke – Der Spion schläft)

Plausibel waren diese Geschichten ohnehin nie. Partyfotos liefern einfach keine relevante Information über einen Bewerber.

Kragen geplatzt

Ein überfälliger Flame an alle:

»Einzelne Todesfälle werden in der Presse geradezu zelebriert. Graphiken mit steil aufragenden Kurven signalisieren höchste Gefahr und zeigen, dass wir am Rande des Abgrunds stehen.Für Sammler von Beispielen, wie man Zahlen nicht interpretieren sollte, herrschen goldene Zeiten. Alles, wovor man Erstsemester warnt, wird geboten.

(…)

Fehlendes Wissen bedeutet Unsicherheit. Das scheint als Einladung verstanden zu werden, mit auf Glauben beruhenden Aussagen für Sicherheit zu sorgen. Zahlen und objektive Risikoabschätzungen sucht man oft vergeblich. Das könnte akzeptiert werden, wenn der Glauben als solcher deklariert und nicht als Wissensmogelpackung präsentiert würde.

(…)

Wie ein roter Faden zieht sich die Abneigung gegenüber Zahlen durch Berichte. Ein Grund mag die schlechte Datenlage sein, aber auch vorhandene werden ignoriert. Die gegenwärtig besten stammen von der Südhalbkugel. Erfahrungen und Zahlen des dort fast beendeten Winters geben keinen Anlass für Katastrophenszenarien.

(…)

Das diffuse Bild ist natürliche Folge der objektiven Unsicherheit. Verwerflich ist, dass diese Unsicherheit nicht als solche deklariert wird, sondern durch Ignoranz ein Bild von Sicherheit erzeugt wird, das mit der Realität nichts zu tun hat. Die gesellschaftliche Unfähigkeit, mit Risiken rational umzugehen, ist erschreckend.«

(sueddeutsche.de: Kranke Zahlenspiele)

Höchstrichterliche Risikobewertung

Nicht immer sind es Politiker und Staatsorgane, denen unsere Verfassungrichter zu vernünftigen Einschätzungen verhelfen muss. Was dem Innenminister recht ist, ist den Bürgern billig, und so haben Nachtfluggegner in Leipzig ihr Problem ein wenig aufgebauscht. Man sei von Terrorismus und Krieg bedroht, weil der Flughafen auch militärisch genutzt werden dürfe. Diesem Argument wollte das Bundesverfassungsgericht nicht folgen:

»Für die Karlsruher Verfassungsrichter war die behauptete Gefahr terroristischer Anschläge infolge der militärischen Nutzung des Transportflughafens jedoch so gering, dass dieser Umstand „nicht in die Interessensabwägung einbezogen werden“ müsse. Die Behauptung der Kläger, auf dem Flughafen Leipzig/Halle könne es zu regulären kriegerischen Auseinandersetzungen mit zivilen Kollateralschäden kommen, nannten die Bundesverfassungsrichter „völlig aus der Luft gegriffen“.«

(FAZ.NET: Flughafen Leipzig/Halle: Niederlage für Nachtfluggegner)

Irgendwas tun

Das lesen wir selten so deutlich:

»Kameras helfen gegen Leute, die unerkannt bleiben wollen, etwa Diebe. Amokläufe sind aber keine geheimen Taten, sondern bewusst öffentlich. Metalldetektoren nützen wenig, wie auch Wachmänner. An der Schule von Jeffrey Weise gab es Metalldetektoren und Wachmänner. Jeffrey erschoss einen von ihnen, auch der Metalldetektor hielt ihn nicht auf.«

(Spiegel Online: Schüler als Mörder: Was Amokläufer antreibt)

Sicherheitsmaßnahmen haben spezifische Wirkungen unter spezifischen Bedingungen. Sind die zugrundeliegenden Annahmen verletzt, werden die Maßnahmen wirkungslos. Manche Annahmen kann ein Täter verletzen, ohne sein Ziel zu ändern. Andere gelten für einen Teil der möglichen Taten, der Sicherheitsmechanismus wählt dann gewissermaßen aus, welche Täter noch zum Zuge kommen.

Madrid im Hinterkopf

Eben sollten wir noch Angst haben angesichts der Videodrohung eines bartlosen Islamisten. Gleich darauf dürfen wir uns aber wieder sicher fühlen. Auf dem Frankfurter Flughafen und dem Hauptbahnhof blicken wir in die Mündungen von Maschinenpistolen, und es sind die Maschinenpistolen unserer Freunde und Helfer:

»Seit Freitag müssen sich Reisende in der Main-Metropole an ein neues Bild gewöhnen: Bundespolizisten mit schweren Schutzwesten und Maschinenpoistolen schreiten in den Hallen des Frankfurter Flughafens und an den Gleisen des Frankfurter Hauptbahnhofs umher. „Es geht um die Präsenz, wir wollen den Reisenden Sicherheit geben“, rechtfertigt eine Sprecherin des Bundespolizeipräsidiums die verschärften Sicherheitsmaßnahmen.«

(HR: Nach Terror-Drohung: Bewaffnete Polizisten patrouillieren)

Gegen eine angemessene Bewaffnung der Polizei ist nichts einzuwenden, sie ist manchmal leider nötig. Dennoch ist von dieser plakativen Maßnahme kaum ein Sicherheitsgewinn zu erwarten. Man habe »Madrid im Hinterkopf,« heißt es wenig später im Text, aber das ist doppelt falsch: erstens hat man es nicht oder nur sehr vage, und zweitens würde das auch nichts nützen.

Wir erinnern uns. In Madrid fuhren die Bomben in Nahverkehrszügen in den Bahnhof. Wer das im Hinterkopf hätte, verspräche sich von Maschinenpistolen auf den Bahnsteigen des Hauptbahnhofes wohl wenig. Ein Terrorist könnte sie getrost ignorieren und an irgendeinem Vorortbahnhof mit seiner Bombe in die S-Bahn steigen. Und selbst wenn er das nicht könnte, warum sollte ein Terrorist auf Züge, Bahnhöfe oder Flughäfen fixiert sein? Wer viele Menschen auf einen Schlag treffen möchte, kann auch Samstags auf die Zeil gehen. Oder zur IAA aufs Messegelände. Oder in die Oper. Oder zur Konsumtempeleröffnung nach Weiterstadt. Oder, oder oder.

Weder gibt es eine besonders große Bedrohung; selbst wenn sich tatsächlich gerade entschlossene Terroristen auf ihren großen Tag vorbereiten, bleibt das individuelle Risiko gering. Noch tragen die Polizisten mit Maschinenpistolen nennenswert zur Risikoreduktion bei. Sie helfen nur den Verantwortlichen, ihre Verantwortung zu tragen.

»Minister Tatenlos«

Schäublone-Erfinder Dirk Adler im Interview (via Isotopp) über die mutmaßlichen Motive des Innenministers:

»Ich glaube, er fürchtet sich davor nach einem Terroranschlag hier in Deutschland als Minister Tatenlos da zu stehen. Seine Verantwortung für die Sicherheit treibt ihn an alle möglichen Hebel in Bewegung zu setzen, ob sie nun die richtigen sind oder nicht.«

Ich nenne das mal vorläufig Visible Precaution Bias und meine damit die bereits früher beschriebene Tendenz verantwortlicher Amtsträger, sichtbar Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, auch wenn diese Maßnahmen objektiv keinen Sinn haben.

Kennt jemand Ansätze im Risikomanagement, die solche Effekte berücksichtigen und systematisch korrigieren?

Risikoperspektive

Über die Tipps des Auswärtigen Amtes zur Redution des persönlichen Terrorrisikos wollte ich mich auch noch lustig machen. Muss ich aber nicht, denn Burkhard Müller-Ullrich hat über diese CYA-Aktion bereits alles gesagt:

»Nochmal zum Mitschreiben: Das Außenministerium rät Mallorca-Urlaubern, Menschenansammlungen zu meiden. Man fragt sich, ob der Verfasser dieses Ratschlags schon mal auf Mallorca war und was er sonst noch von der Welt weiß.«

(Die Achse des Guten: Menschenmassen meiden!)

Tatsächlich geht es wohl gar nicht gar nicht darum, brauchbare Sicherheitshinweise zu geben. Das wäre weder nötig noch praktikabel, denn das persönliche Risiko ist auch nach den Knallfröschen vom Wochenende gering und jede weitere Reduktion mit übergroßen Kosten verbunden. Aber ein zuständiges Amt traut sich nur selten, einfach mit den Schultern zu zucken und unvermeidliche Risiken auf sich beruhen zu lassen. Irgendetwas muss man vorher tun, damit einem später keiner vorwerfen kann, man habe nichts getan. Risikointuition nennen wir das, und sie ergibt sich stets aus der persönlichen Perspektive des Handelnden. Wobei der Begriff Intuition vielleicht falsch ist, denn der Kern des Problems ist nicht die intuitive Bewertung des Risikos, sondern dessen Betrachtung aus der individuellen Perspektive.

Can We Say »Don’t Worry«?

[See only posts in English]

Freeman Dyson, being interviewed about his climate catastrophe skepticism, claims that some professions have trouble shrugging off issues as unimportant. He thinks there be a natural tendency to magnify threats:

»Really, just psychologically, it would be very difficult for them to come out and say, “Don’t worry, there isn’t a problem.” It’s sort of natural, since their whole life depends on it being a problem. I don’t say that they’re dishonest. But I think it’s just a normal human reaction. It’s true of the military also. They always magnify the threat. Not because they are dishonest; they really believe that there is a threat and it is their job to take care of it.«

(Freeman Dyson Takes On The Climate Establishment)

Obviously, computer security is another candidate. Paranoia is the norm in our subculture, we love to carry a better safe than sorry attitude. To an extent this attitude is justified by experience; there are many case studies of security not being taken seriously, leading to epic fail. Yet, more security technology is not always better. Do we have tools to reasonably say: »Don’t worry,« and justify our recommendation based on facts?

4 Prozent

Glücksbürokraten finden es besorgniserregend, dass Kinder und Jugendliche in sozialen Netzen die informationelle Selbstbestimmung üben und Muttis Mahnungen dabei gerne ignorieren. Sorglos seien die Selbstbestimmer, man müsse ihnen mehr Angst machensie stärker sensibilisieren. Eine Begründung aber bleiben sie uns schuldig. Die handfesten Probleme durch selbstbestimmt veröffentlichte Daten im Netz halten sich anscheinend sehr in Grenzen:

»Schlechte Erfahrungen mit der Veröffentlichung ihrer Daten hätten die Befragten kaum gemacht, weiß Medienpädagogin Maren Würfel, nur 4 Prozent haben sich laut Umfrage darüber beschwert.«

(Heise Online:
„Besondere Herausforderung“ soziale Netzwerke
)

Könnten wir uns dann vielleicht wieder echten Problemen zuwenden?

PS: Isotopp hat einen Artikel über unterschiedliche Schutzziele von Eltern und Kindern ausgegraben.

Heilig’s Maßnähmle

Großes Palaver unter IT-Verantwortlichen. Es geht um die unternehmensweit auf allen Arbeitsplätzen eingesetzte Antivirus-Software. Beim Zugriff auf eine bestimmte interne Web-Anwendung verursacht sie Performance-Probleme. Jemand hat vorgeschlagen, gezielt für diese Situation und nur dafür eine Teilfunktion des Virenscanners zu deaktivieren.

Im Grunde genommen ist man sich einig und hält den Vorschlag für ein Sakrileg. Sicherheitsmechanismen zu deaktivieren komme überhaupt nicht in Frage. Rationale Erwägungen über das Risiko sowie über Sinn, Zweck und Wirkung der Maßnahme spielen keine Rolle. Statt dessen versucht man einander zu übertreffen im Ringen um die schönste Begründung. Der Tenor: wenn man bei der Sicherheit einmal einen Kompromiss mache, gehe sicher bald das Abendland unter.

In diesem Fall war es nicht allzu schwer, den Weg zurück zu einer sachlichen Betrachtung zu weisen. Wovor ein Antivirus-Programm schützt beziehungsweise eben nicht schützt, ist schnell erklärt, und was danach an Szenarien übrig bleibt, gehört in die Kategorie Movie Plot.

Ich hätte aber schon gerne ein Werkzeug, eine Methode, um den Verzicht auf eine Sicherheitsmaßnahme nicht nur im Einzelfall gut zu begründen. So etwas brauchen wir dringend, denn Verantwortliche entscheiden selten unvoreingenommen. Für sie ist eine Maßnahme stets besser als keine Maßnahme. Kommt es wider Erwarten zu einem Vorfall, dann wird er in der befürchteten Interpretation trotz der ergriffenen Maßnahmen geschehen, aber wegen der nicht ergriffenen.

Wie also begründet man sauber, dass man eine verfügbare Sicherheitsmaßnahme nicht ergreift, ohne sich auf phantasievolle Kosten- und Risikoschätzungen zu stützen?