Archiv der Kategorie: Safety

Sicher Radfahren

Im Frühjahr holen auch Warmduscher wie ich ihre Fahrräder wieder aus dem Keller. Zeit für ein paar Sicherheitstipps. Die Initiative Cycleride hat welche, die Sie so vielleicht nicht in Ihrer Tageszeitung finden. Noch viel mehr Material gibt es bei Bernd Sluka. Und allen, die der Englischen Sprache mächtig sind, empfehle ich noch einmal die Site BicycleSafe.com sowie den Artikel Danger in the bike lane.

Wer schon mal über Schikanen, gefährliche Radwege und andere Zumutungen geflucht hat, der kann sein Leid im Netz (mit)teilen, der Radmelder machts möglich. Ausgegraben hat ihn das Cycleride-Blog, das ich hiermit auch gleich noch weiterempfehle. [Note to self: ungefähr 25 Stellen eintragen, die mir spontan einfallen.]

Unterschätzte Risiken: Fußgängerampeln

Der Hessische Rundfunk berichtet:

»Eine Fußgängerin ist am Samstagabend durch den umknickenden Mast einer Fußgängerampel lebensgefährlich verletzt worden. Ein 19-Jähriger war mit seinem Auto aus bislang ungeklärter Ursache gegen den Mast geschleudert. Dadurch knickte der Mast um und traf die an der Ampel wartende 45-jährige Frau am Kopf.« 

Sie trug keinen Helm, nehme ich an.

Unterschätzte Risiken: Straßenmöblierung

Der HR berichtet:

»Zwei Autofahrer sind auf der A 66 mit einem Sofa kollidiert. Wie die Polizei am Montag mitteilte, streifte ein 38-jähriger Autofahrer das Möbelstück am Samstagabend und fuhr dann ein Ausweichmanöver. Der nachfolgende Fahrer konnte nicht mehr bremsen und krachte frontal gegen die Couch. Der Schaden liegt bei 8.000 Euro.«

Und ich dachte, die Möblierung des öffentlichen Verkehrsraums beschränke sich auf Geh- und Radwege.

Tausendmal studiert, tausendmal doch nichts kapiert

[Dieser Eintrag sollte eigentlich ein weiterer Kommentar zur Helmdiskussion hinterm Mond werden. Wie mir erst hinterher auffiel, hat mich die gestrenge Hausherrin dort wegen ungebührlicher Rhetorik nun offenbar endgültig verbrannt und damit im Vorbeigehen gleich noch ihre selbstgestellte Frage beantwortet, ob Wissenschaft ein Glaubenssystem sei: ja natürlich, in der dort betriebenen Form schon, davon zeugt unter anderem der unbedingte Wille, die vermeintliche Gotteslästerung mit szenetypischen Mitteln zu bekämpfen. Q.e.d. Mit ein wenig Abstand geht ja vielleicht auch den anderen Beteiligten auf, dass diese Diskussion in vielem selbstbezüglich ist.]

Was ich bei Ihnen vermisse, Frau Carone, ist die Bereitschaft, Vermutungen, Erkenntnisse, Beobachtungen und anderes zu Schlussketten zu ordnen und diese dann insgesamt zu bewerten. Ihnen genügt es, dass Studien existieren und Sie verlassen sich darauf, dass die dann schon etwas bedeuten werden, und dass dieses Etwas auch Ihren Vermutungen entspricht. Ich versuche seit geraumer Zeit, mit Ihnen darüber zu diskutieren, ob das Tragen eines Styroporhutes beim Radfahren Ihre Chancen auf Weitergabe Ihrer Gene nennenswert erhöht. Sie sind es, die jede vernünftige Diskussion über die relevante Frage verweigert, sich statt dessen auf zweifelhaftes Stückwerk stützt und keinen Zweifel zulässt. Tausendmal studiert, tausendmal doch nichts kapiert weiterlesen

Unterschätzte Risiken: Multiversum

ZEIT: Könnte ein neues Universum direkt vor uns auf dem Tisch aufpoppen?

Vilenkin: Ja, so eine Blase würde uns ohne Vorwarnung treffen…

Linde: …und der Rekorder würde aufhören aufzunehmen, wir würden keine Fragen mehr beantworten – und auch aufhören zu existieren.

ZEIT: Man würde die Geburt eines neuen Universums also tatsächlich bemerken?

Linde: Bemerken vielleicht, aber niemals darüber berichten.

(Die Zeit: »Der Spielraum Gottes schrumpft«)

Der Helm zum Wetterbericht

Angelegentlich der laufenden Helmdiskussion in Verbindung mit Wettervorhersagen für dieses Wochenende fiel mir ein, dass ich ja selbst einen Helm besitze. Das ist er:

Bauhelm

Gekauft habe ich ihn, um bei einem nicht allzu ernst gemeinten Volkstriathlon nicht mit den Streckenposten diskutieren zu müssen. Wie wir inzwischen wissen, dauern Helmdiskussionen ja manchmal etwas länger, und ich bin so schon kein Spitzensportler. Die gewünschte Wirkung hat der Helm übrigens in 100% seiner bislang 2 Einsätze erzielt, mehr kann man wirklich nicht verlangen. Der Helm zum Wetterbericht weiterlesen

Trotzreaktion

Helmdiskussionen beginnen und enden mit Trotzreaktionen. Da kann ich nicht ruhig zusehen. In Deutschland sterben Jahr für Jahr etwa 600 Menschen bei Bränden, ungefähr so viele wie jeweils durch Fahrrad- oder Badeunfälle. Schwimmen kann ich gut, Radfahren auch (was nicht notwendig heißt, dass mein Risiko geringer wäre), also habe ich mir bei meinem jüngsten Besuch im hiesigen Baumarkt einen Brandmelder gekauft. Der kostet weniger als so ein blöder Helm und man muss sich nicht erst mühsam ein Szenario konstruieren vom Sturz ohne Fremdbeteiligung auf einen spitzen Stein genau mit dem behelmten Drittel des Kopfes, um sein Leben gerettet zu bekommen.

Ein Brandmelder in der Wohnung verringert Risiken durch ein einfaches Wirkprinzip: er weckt Schlafende, wenn es brennt. Diese Sicherheitsfunktion ist außerdem nach den kolportierten Zahlen in einem nennenswerten Anteil der Fälle relevant, weil der Tod oft direkt oder indirekt aufgrund einer Rauchvergiftung im Schlaf eintritt. Da lohnt sich ein Sicherheitsmechanismus.

Ob ich jetzt wirklich sicherer bin, weiß ich allerdings nicht. Ich kann noch eine Menge Fehler machen, etwa das Ding blöd (oder aus Faulheit gar nicht) aufhängen oder in ein paar Jahren den Batteriewechsel vergessen. Wie gut das Ding funktioniert, habe ich auch nicht getestet.

Aus dem Weltbild eines Fahrradhelmträgers

Das Schöne an Blogs ist, dass sie wie Reihenhaussiedlungen funktionieren. Jeder kann in seinem Vorgarten seine persönliche Form des Spießertums zelebrieren und die anderen für schlimme Spießer halten. Das tue ich jetzt auch. Die misslungene Helmdiskussion an anderer Stelle hatte ich bereits erwähnt, ihre Vorgeschichte nehme ich gleich noch mit dazu. Eigentlich gehört so etwas ignoriert, weil es sich um eine Glaubensfrage handelt. Da ich nun aber schon mal mitgemacht habe, lasse ich mir auch das Fazit nicht entgehen, denn das ist aufschlussreich. Ich fasse die Debatte mal aus Sicht der Gegenseite zusammen. Aus dem Weltbild eines Fahrradhelmträgers weiterlesen

Friday the 13th – End of the World?

Not quite, but with a 1-in -300 chance the end of certain lifeforms on the surface of this planet:

»You may want to put this date in your diary: April 13, 2029. It’s a Friday. Friday the 13th. This is the day, Nasa announced four years ago, on which the Earth is most likely to be struck by a civilisation-destroying asteroid.«

(The threat to Earth from space is minimal – Times Online, via)

Time to un-quit smoking?

Unterschätzte Risiken: Bauarbeiten

Bei Frau Carone tobt gerade eine Helmdiskussion [Update: in der ich nicht mehr mitspielen darf, wohl weil ich zu gerne die Wikipedia zitiere und Echte Wissenschaftler™ das ihbäh finden]. Auf der Suche nach Vergleichszahlen bin ich über das gestolpert:

»25 % mehr tödliche Unfälle am Bau
2006: Jeder 5000. Bauarbeiter verliert sein Leben auf der Baustelle

Deutschlandweit starben 2006 in der Bauwirtschaft 141 Menschen und damit 28 mehr als ein Jahr zuvor.
(…)
Die Zahl der schweren Unfälle insgesamt stieg im selben Zeitraum um rund 5200 auf knapp 129 000 an. 3031 Bauleute wurden durch einen Unfall dauerhaft arbeitsunfähig, elf Prozent weniger als ein Jahr zuvor.
(…)
Die Dunkelziffer bei den genannten Negativzahlen dürfte allerdings deutlich höher liegen, weil immer mehr Selbständige (auch Scheinselbständige und Ich-AGler) nicht erfasst werden. Die Beschäftigtenzahl im Baugewerbe ging 2006 indes leicht zurück. Waren es im Juni 2005 noch 733.757 Beschäftigte, reduzierte ich die Zahl bis Juni 2006 auf 729.062 Beschäftigte.«

Jeder 5000., das wären hochgerechnet auf 80 Millionen Bundeseinwohner ungefähr 16000 (sechzehntausend) Tote und noch eine Dunkelziffer obendrauf. Trotzdem schaut man mich komisch an, wenn ich behaupte, Radfahren sei nicht besonders gefährlich.

The 6 Cutest Animals That Can Still Destroy You

»If animals could talk, they would spend most of their time calling us dicks and telling us to get off their land. The traits we think of as „cute“ are often simply tricks animals have developed to get tourists to throw them food.

Here are six animals that you’ll probably want to steer clear of, no matter how adorable they look on that wall calendars. (…)«

(The 6 Cutest Animals That Can Still Destroy You)

The Fear Factory

The Rolling Stone has an article on homegrown terrorism in the U.S., grown by task forces that are supposed to fight terrorism:

»The FBI now has more than 100 task forces devoted exclusively to fighting terrorism. But is the government manufacturing ghosts?«

Manufacturing ghosts makes a lot of sense, marketing-wise, if you are an officially appointed ghostbuster.

(via Telepolis)

A Rationalist Approach to Risk Assessment

»I believe smoking bans are doing great damage, and not only economic damage. They promote intolerance, social tension and a ‘stool pigeon‘ culture. They ostracise a large and law-abiding segment of the population. They set a worrying precedent for all kinds of other social engineering. And they bring Nanny into Nightlife: the last place she belongs.«

Over at Plazeboalarm they celebrate (in German) an essay by Joe Jackson, Smoking, Lies and The Nanny State (PDF), and rightly so. He perfectly demonstrates a rationalist approach to risk assessment, which is based on fact rather than opinion and hidden agendas. He also demonstrates how real and unreal health risks can be abused politically and possibly lead to much worse an outcome even if the original risk fought was real.

Even though not everyone may agree with him, even if the factual basis of his essay were wrong (I didn’t verify his numbers yet), he reminds us of the virtue of skepticism. Even experts can be wrong. Terribly wrong, sometimes:

»It is has become ‘common knowledge’ that smoking is one of the worst things you can possibly do to yourself; ‘all the experts agree’. Of course, ‘all the experts’ once agreed that masturbation caused blindness, that homosexuality was a disease, and that marijuana turned people into homicidal maniacs. In the 1970s and 80s British doctors told mothers to put their babies to sleep face-down. Cot deaths soared, until a campaign by one nurse succeeded in changing this policy, which we now know to have claimed something like 15,000 lives.«

No matter how you feel about smoking, read his essay and try to grasp the many points he makes that are not immediately related to cigarettes and tobbacco but rather to rationalism and workable ways of running a society. A must-read for everyone. Conspiracy theories about the tobacco industry are not an acceptable excuse.

Unterschätzte Risiken: Italienisches Duschgel

Der Hessische Rundfunk berichtet auf seiner Website:

»Eifrig sammelten die Narren am vergangenen Dienstag die geworfenen Bonbons, Lutscher und Gummibärchen auf. Unter den verteilten Kleinigkeiten waren auch Duschgelproben. Allerdings waren die Päckchen in italienischer Sprache beschriftet und das sorgte offenbar für Irritation.

Die Aufschrift „yoghurt doccia crema“, die nichts anderes bedeutet als Joghurt-Duschgel, hatte zur Folge, dass einige Leute den Inhalt verspeisten.«

Ein interessanter, weil trotz seiner Absurdität typischer Fall. Hier wirken mehrere Faktoren zusammen und keiner hat vorher geahnt, wozu das führen würde:

  • Fehlende Sprachkenntnisse. Italienisch lernen hierzulande nur Pizzabäcker und Opernfans.
  • Die Idiotie der Kosmetikfirmen, ihre Produkte mit Beimengungen von Lebensmitteln zu veredeln beziehungsweise die Idiotie der Käufer, so etwas zu honorieren.
  • Der unpassende Kontext. Seit wann werfen Fastnachtsumzüge mit Duschgel?
  • Übermäßiges Vertrauen in die Essbarkeit. Sollte man nicht spätestens beim Öffnen der Verpackung auf die Idee kommen, dass es sich vielleicht nicht um ein Lebensmittel handelt?

Schlussfolgerung: Es könnte jeden treffen!

Unterschätzte Risiken: Frühjahrsputz

Zur Abwechslung in dieser Kategorie mal ein durch und durch ernsthafter Sicherheitshinweis. Die Süddeutsche erinnert uns an eine gern verdrängte Tatsache:

»Im Jahr 2006 sind nach der Zählung des Statistischen Bundesamtes (destatis) 6455 Menschen bei häuslichen Unfällen ums Leben gekommen. Das sind mehr als im gleichen Zeitraum im Straßenverkehr (5174). Während die Zahl der Verkehrstoten kontinuierlich sinkt, steigt die Zahl der Todesopfer im häuslichen Bereich stetig an.«

Tragt Helme im Haushalt! Das empfiehlt auch die Hannelore-Kohl-Stiftung. Nun ja, nicht ganz: ginge es nach deren Kampagnen, müsste man Helme beim Radfahren und beim Schuhrollen tragen, nicht im Haushalt. Gut, dass wir es besser wissen.

5 dangerous things you should let your kids do

»Gever Tulley, founder of the Tinkering School, talks about our new wave of overprotected kids — and spells out 5 (and really, he’s got 6) dangerous things you should let your kids do. Allowing kids the freedom to explore, he says, will make them stronger and smarter and actually safer.«

5 dangerous things you should let your kids do (video, 9:20)

Giftschrankschlossdesign gegen Benutzerfehler?

Manche Vertreter mancher Berufe haben manchmal Dateien, die man gar nicht haben möchte. Und wenn man sie doch hat, dann möchte man sehr gut kontrollieren, was mit ihnen passiert. Jene unter unseren Leserinnen und Lesern, die sich darunter nicht sofort etwas vorstellen können, denken bitte an eine Dekompressionsbombe als vergleichsweise harmloses Beispiel. Wer damit nichts anzufangen weiß, braucht gar nicht weiterzulesen.

So eine Dekompressionsbombe in Dateiform möchte man auf gar keinen Fall aus Versehen doppelklicken. Zwar macht sie selten richtig was kaputt, aber sie nervt ganz gewaltig, wenn sie erst mal vor sich hin explodiert. Und es gibt noch andere Dinge, die man nicht versehentlich doppelklicken, andererseits aber auch nicht aus seinem Labor verbannen möchte. An die denken wir auch.

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Was war noch gleich BSE?

Erinnert sich noch jemand an BSE? Die gefährliche Rinderkrankheit, an der wir alle sterben sollten? Die Zeit lässt es sich nicht nehmen, uns an die Fakten zu erinnern: nie waren hierzulande mehr als 125 Rinder befallen, heute gar keins mehr, und kein Mensch erkrankte je. Man glaubt kaum, das wegen so etwas Minister zurücktreten mussten, das Thema lange die Medien beherrschte und dass wir heute noch – gesetzlich vorgeschrieben – so handeln, als sei BSE eine real existierende Seuche.

Attitude Adjustment Needed?

[Notice for our international readers]

I have no idea what went wrong today when a British Airways jet crashed short of the runway in London Heathrow. Nobody does at this point, we’ll have to wait for the results of a thorough investigation as will undoubtedly be carried out for this crash like for any other. This is the way the aviation community learns from mistakes all around the world.

So there would be not much to say about this accident, hadn’t I tripped over a statement that BBC News quotes prominently in their online coverage of the events, attributed to David Learmount, Air transport expert:

»BA pilots don’t make error of judgements of that type, especially not at the home base, let alone anywhere else«

This is not the appropriate attitude towards safety and the causes of accidents. In reality, pilot or flight crew error is the primary cause of accidents in aviation. At this point, let me repeat myself, we don’t have the slightest idea what caused this crash, but we know for sure that even BA pilots make errors of judgement, perhaps even of this particular type.

To be fair, according to my experience with the media, this sentence is one short snippet selected by a journalist out of a longer conversation. It may not entirely represent what had been said and our air transport expert may be innocent. However, in the particular way in which it appears on the BBC page, emphasized through page layout and ripped out of its possible context, it is just plain wrong.

Update:

  • The Man in a Shed points out: »It is worth speculating as to why all BA 777’s and other airline 777s haven’t been grounded given the reported total electrical failure of the aircraft. Perhaps something is known about the cause after all.« I’m afraid he might have wrong expectations about aircraft being grounded. This is not the common reaction to any incident or accident unless it is obvious that there would be a high, immediate danger in not doing so.
  • Kevin Anderson criticizes the Times‘ coverage of the events.
  • Holly of PlaneBuzz discusses the many ways in which this accident is perplexing. This is exactly why it needs to be investigated.
  • Juan Antonio Giner of Innovations in Newspapers noticed a BA ad in the middle of a news report on the accident, and has further comments on the reporting.
  • Jon, too, complains about the style of reporting and recommends that we wait for the results of the investigation.

Wie gefährlich sind radioaktive Strahlen?

Mit dem Risiko durch radioaktive Strahlung oder andere Nebenwirkungen der Kernkraftnutzung haben wir uns hier bereits beschäftigt. Eine Theorie, die in diesem Zusammenhang immer wieder auftaucht, ist die von der Gefährlichkeit sehr niedriger Strahlendosen. Die Kern-, äh, -these lautet, von ihren Vertretern selbst auf die Spitze getrieben: ein einziges Teilchen radioaktiover Strahlung, das unseren Körper erreicht, könne uns umbringen.

In der FAZ von gestern bin ich nun über einen Leserbrief gestolpert, der für mein Verständnis recht plausibel erläuterte, wie diese Theorie zustande kommt und warum sie Blödsinn ist. Wie eine kurze Googelei zeigt, ist zwar nicht der Leserbrief, aber ein älterer Artikel seines Autors im Netz zu finden: Wie gefährlich sind radioaktive Strahlen?

Betrachten wir beide Seiten, so fällt auf, dass die eine – Hauptvertreter scheinen sogenannte Baubiologen zu sein, was auch immer das sein mag – viele Zahlen, Fakten und Schlagworte aneinanderreiht. Die andere Seite dagegen setzt sich mit Wirkmechanismen, Konzepten und der Arbeitsweise von Gremien auseinander. Auf dieses Kriterium spring mein Bullshit-Detektor an. Wer nicht nach der Wirkungsweise fragt, sondern einfach mit Zahlen und Begriffen um sich wirft, der will nur Angst erzeugen.

Restrisiko

In Queis bei Halle ist ein Hochregal eines Papiergroßhandels eingestürzt. Mehrere Menschen wurden verletzt, mindestens einer getötet. Dabei hatte man eigentlich alles richtig gemacht und war gerade dabei, das Risiko zu bewerten. Die Leipziger Volkszeitung berichtet:

»Nach Unternehmensangaben wurde das Unglück möglicherweise beim Unfall mit einem Gabelstapler ausgelöst, der sich schon am Dienstag ereignet hatte. Der Stapler war in das Regal gefahren, das daraufhin als einsturzgefährdet galt und am Mittwochnachmittag zusammenbrach. Zu diesem Zeitpunkt berieten laut Unternehmen Gewerbeaufsicht und THW über weitere Sicherheitsmaßnahmen. „Mehrere Leute waren an dem Regalsystem, als es dominoartig in sich zusammenrutschte. Das ist alles sehr tragisch, wir stehen unter Schock“, sagte ein Unternehmensvertreter.«

(weitere Berichte: SpOn, Süddeutsche)

Shit happens. So etwas ist wohl gemeint, wenn es heißt, hundertprozentige Sicherheit gebe es nicht.